TSCHIRF und TANCSITS kritisieren Lehrlingspolitik der Wiener Stadtregierung und fordern Lehrlingsoffensive

In Wien werden zu wenige Lehrlinge ausgebildet

Wien (ÖVP-Klub) In einer gemeinsamen Pressekonferenz kritisierten heute der Wiener ÖAAB-Obmann, LAbg. Dr. Matthias TSCHIRF, und der ÖAAB-Generalsekretär, NR-Abg. Mag. Walter TANCSITS, mit heftigen Worten die Lehrlingspolitik der Wiener Stadtregierung. "Faktum ist, dass in Wien 20 % der österreichischen Unselbstständigen beschäftigt sind, Wien aber dennoch nur einen Lehrlingsanteil von 15 % hat", so die beiden ÖAAB-Politiker. "Wenn es hier nicht bald effektive Gegenmaßnahmen gibt, dann droht der Bundeshauptstadt die nächste Lehrlingskrise und das duale Ausbildungssystem insgesamt steht auf der Kippe."***

Die Gründe für die drohende Lehrlingskrise sehen die beiden ÖAAB-Politiker in der fehlenden Unterstützung und Förderung des dualen Ausbildungssystems durch die Wiener Stadtregierung. "Letzten Endes ist ein Baustein dieser Krise aber natürlich auch das Wiener Schulsystem", meint Walter TANCSITS, der die AHS als "de-facto-Gesamtschule" bezeichnete. "Ich kenne viele Betriebe, die gerne Lehrlinge ausbilden würden, aber feststellen müssen, dass die schulische Ausbildung der Anwärter zu wünschen übrig lässt."

Der Landesobmann des Wiener ÖAAB und gf. Klubobmann der ÖVP-Rathausfraktion, Dr. Matthias TSCHIRF, will die Wiener Stadtregierung gleichermaßen in die Pflicht nehmen wie die Wiener Wirtschaft. "Vor allem über jene Großbetriebe und Industrieunternehmen, mit denen die Stadt Wien in Geschäftsbeziehungen steht, kann die Stadtregierung Druck und Einfluss ausüben mehr Lehrlinge auszubilden."

Es sei Zeit für eine groß angelegte Lehrlingsoffensive, ansonsten jammert die Wiener Wirtschaft in wenigen Jahren wieder darüber, dass es zuwenig ausgebildete Fachkräfte gibt. "Die Lehrberufe und dabei insbesondere die neuen Berufsbilder müssen auch dementsprechend stark beworben und gefördert werden", meint TSCHIRF. "Ich kann mir auch vorstellen, dass man die Erteilung von Arbeitsgenehmigungen an die Zahl der aufgenommenen Lehrlinge koppelt", ergänzt TANCSITS.

ÖAAB ist soziales Gewissen der Partei

Am Rande der Pressekonferenz äußerten sich die beiden ÖAAB-Politiker auch zu den angeblichen inhaltlichen Differenzen zwischen dem ÖAAB und dem Wiener Parteiobmann GÖRG. "Ich sehe den ÖAAB als soziales Gewissen der Partei und bin der Auffassung, dass eine Volkspartei die nötige Breite hat, um auch inhaltlich manchmal anderer Meinung zu sein", so TSCHIRF. "Ich gönne den Wiener Beamten, vor allem den Beziehern von kleinen und mittleren Einkommen ihre Gehaltserhöhung, stelle mir aber auch die Frage, ob den Spitzenverdienenr im Wiener Magistrat - und deren gibt es ja viele - in Zeiten wie diesen eine solche Erhöhung auch zusteht."

Bezugnehmend auf die Gehaltsvereinbarung mit den Bundesbeamten mahnte ÖAAB-Generalsekretär TANCSITS Nachverhandlungen ein. "Es wurde vereinbart - und ich lege Wert darauf, dass diese Vereinbarung ernst genommen wird - dass über die 0,8 % Erhöhung hinaus, nachverhandelt wird, damit zumindest die Inflationsrate abgegolten wird. Der ÖAAB wird diese Nachverhandlungen im Bund massiv einfordern."

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