ARBÖ: Raser durch Tunnel müssen mit erhöhtem Strafsatz rechnen

Wien (ARBÖ) - Nach den schweren Unfällen in und vor den Straßentunnels auf Österreichs Autobahnen in den letzten Tagen, auch heute gab es wieder eine Kollision im Katschbergtunnel mit Schwerverletzten, erscheint aus Sicht der ARBÖ-Verkehrsjuristen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes betreffend die Ahndung krasser Geschwindigkeitsüberschreitungen in Tunnels von besonderer Bedeutung.

ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert berichtet von folgendem Fall: "Ein Pkw-Lenker hatte in einem Tunnel die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100km/h um zumindest 80km/h überschritten. Wegen dieser Übertretung wurde über den Kraftfahrzeuglenker gemäß § 99 Abs.2 lit c der Straßenverkehrsordnung (StVO) für eine Geschwindigkeitsübertretung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, auch eine entsprechend hohe Geldstrafe von EUR 1.017 (ATS 14.000,-) verhängt."

Der Verwaltungsgerichtshof bestätigte in seinem Erkenntnis die Anwendung der strengeren Strafnorm. ARBÖ-Rechtsexpertin Mag. Renate Göppert: "Nach Meinung des Verwaltungsgerichtshof bedürfe es keiner näheren Begründung für das Vorliegen besonders gefährlicher Verhältnisse, wenn ein Fahrzeuglenker in einem längeren Straßentunnel die höchstzulässige Geschwindigkeit von 80km/h um das Doppelte - oder von 100km/h um 80km/h - überschreitet. Letztendlich hat der Kraftfahrer doch allein die immense Erhöhung der Unfallgefahr und die daraus resultierende Möglichkeit einer Explosion sowie die damit verbundenen Folgen in Erwägung zu ziehen."

Beim Tunnel-Controlling des ARBÖ auf Österreichs Autobahnen waren neben dem starken Schwerverkehr auch so manche Raser und Drängler -sowohl Pkw und Lkw - zu beobachten. Im Interesse der Verkehrssicherheit sollte nach Meinung des ARBÖ die Exekutive hier verstärkt Kontrollen der Geschwindigkeit und das Einhalten des "lebensnotwendigen" Sicherheitsabstandes im Tunnel- und Baustellenbereich durchführen. Derartige krasse Geschwindigkeitsüberschreitung in einem Straßentunnel und in Baustellen sind nicht zu tolerieren. Mit dem Einsatz der "Section Controll" würde der Verkehrsüberwachung auch ein neues und effizientes Instrument zur Verfügung stehen, so der ARBÖ abschließend.

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