ÖBB: 40 Jahre Wiener Schnellbahn

Eine erfolgreiche Ära geht in die nächste Phase Wien (OTS) - Vor genau 40 Jahren, am 17. Jänner 1962, fiel der historische Startschuss für eine neue Ära im Wiener Stadtverkehr: die ÖBB eröffneten nach acht Jahren Planungs- und Bauzeit die Wiener Schnellbahn. Damit wurde das bis heute hochrangigste öffentliche Verkehrsmittel geboren. Neben einer Anbindung des gesamten Wiener Umlandes wurde auch der Stadtverkehr innerhalb Wiens wesentlich beschleunigt und die einzelnen Stadtteile mit der neuen Schnellbahn näher zusammengeführt. Heute, 40 Jahre später, ist die Geschichte der Wiener Schnellbahn noch lange nicht abgeschlossen. Umfangreiche Ausbauarbeiten weisen den Weg in eine neue Schnellbahn-Zukunft.****

Bereits 1954 wurde die Errichtung einer Schnellbahnverbindung zwischen den Bahnhöfen Meidling und Floridsdorf - heute bekannt als Schnellbahn-Stammstrecke - zwischen ÖBB, Stadt Wien und Verkehrsministerium akkordiert. Nach nur acht Jahren intensiver Planungs- und Bauzeit wurde am 17. Jänner 1962 in einem feierlichen Festakt ein neues Zeitalter im Wiener Stadtverkehr eingeläutet. Die erste Schnellbahn der Baureihe 4030, die den Wiener Schnellbahnverkehr viele Jahre lang dominierte, verließ die neue Haltestelle Südbahnhof.

ÖBB-Bau-Know How im Einsatz

Die Errichtung der neuen Schnellbahn war bereits zu dieser Zeit eine beeindruckende Ingenieursleistung. Neben neuen Bahntrassen mussten auch die vorhandenen Bestandsstrecken aufgrund der umfangreichen Kriegsschäden de facto völlig neu errichtet werden. Dabei fiel auch die richtungsweisende Entscheidung, sämtliche Strecken von Beginn an elektrisch zu betreiben. Dafür wurden insgesamt 213 km Gleise mit Fahrleitungen versehen, 2.400 Maste wurden aufgestellt.

Auch andere bautechnische Kennwerte dokumentieren den Umfang dieses groß angelegten Bauvorhabens. So wurden rund 700.000 m3 Erde bewegt, u.a. für die unterirdische Trasse entlang des Gürtels im Bereich Südtirolerplatz/Südbahnhof. Weiters wurden 160.000 m3 Beton verarbeitet, 6.500 Tonnen Stahl umgesetzt und 42.000 Schwellen verlegt. Damit wurde ein einschneidendes Bahn-Infrastrukturprojekt realisiert. Die Kosten für den Ausbau und für die Beschaffung der Schnellbahn-Garnituren beliefen sich damals auf insgesamt 800 Mio. Schilling (heute 58,1 Mio. EUR).

Hochrangiger Schienenverkehr gefragt

Grund für die Errichtung der Schnellbahn und damit dem Start einer neuen Ära im Wiener Stadtverkehr waren die veränderten Verkehrsbedürfnisse, die sich durch die Richtung Norden und Süden rasant wachsende Stadt ergaben. Die begrenzte Kapazität und die langen Fahrzeiten der Straßenbahn, dem einzigen schienengebundenen Wiener Stadtverkehrsmittel der damaligen Zeit, waren für diese richtungsweisende Entscheidung ausschlaggebend.

200 Schnellbahnverbindungen boten die ÖBB zum Beginn täglich an. Heute sind es viermal so viel, rund 800 pro Tag.

Rasante Entwicklung: neue Haltestellen, neue Strecken, dichtere Takte

Im Gegensatz zum ursprünglichen 15-Minuten-Takt auf der Stammstrecke verkehren heute die Züge in z.T. 3 bis 4 Minuten-Intervallen. Neue Haltestellen wurden errichtet (Matzleinsdorferplatz und Brünnerstraße 1969, Rennweg 1971), Bahnhöfe wurden im Zuge von U-Bahn-Anbindungen adaptiert und modernisiert (Wien Mitte und Meidling 1983, Floridsdorf 1995, Haltestelle Handelskai 1996). Neue Schnellbahnlinien wurden eingerichtet, beispielsweise die traditionsreiche Vorortelinie S 45, die 1987 nach über 50 Jahren Stillstand wieder ihren Betrieb aufnahm. Sukzessive wurde das gesamte Umland Wiens in das Schnellbahn-System integriert und der Takt zunehmend verdichtet. Mödling, Baden, Wiener Neustadt, Hollabrunn, Mistelbach, Stockerau, Korneuburg, der Flughafen Wien Schwechat, Wolfsthal, Nickelsdorf, Neusiedl/See und Gänserndorf gehören heute ebenso selbstverständlich zum Schnellbahn-Netz der ÖBB wie die zahlreichen Stationen innerhalb Wiens.

Ausbau für die Zukunft

Derzeit investieren die ÖBB Hunderte Millionen Euro in die Modernisierung und Weiterentwicklung der Wiener Schnellbahn. Das größte aktuelle Infrastrukturprojekt ist der Ausbau der Flughafenschnellbahn S 7, der im Mai 2000 begonnen wurde und in elf Monaten, exakt am 14. Dezember 2002, abgeschlossen wird. Weite Strecke der künftig zweigleisig ausgebauten Strecke werden in Tieflage geführt. Umfangreiche Stadtentwicklungsprojekte im Bereich des früheren Aspangbahnhofes, der neuen Haltestelle Rennweg und dem Bahnhof Wien Mitte werden dadurch ermöglicht. Die neue S 7 stellt dann eine europaweit vorbildhafte Verbindung zwischen Flughafen und der Wiener City sicher und bringt Tausenden Pendlern aus Niederösterreich täglich spürbare Verbesserungen.

Auch der Umbau des Bahnhofes Meidling läuft auf Hochtouren. Im August 2001 konnte der neue Bahnsteig 11 - ein eigener Bahnsteig für Schnellbahnen zwischen Meidling und Floridsdorf - in Betrieb genommen werden. Mit der Fertigstellung der Umbauarbeiten 2003 wird der Bahnhof Meidling über insgesamt acht Bahnsteige verfügen (zuvor fünf), vier davon werden allein der Wiener Schnellbahn zugeordnet sein. Damit wird die Wiener Schnellbahn an einer ihrer zentralen Angelpunkte noch schneller, kundenorientierter und effizienter.

Im Norden Wiens laufen die Arbeiten zur Errichtung der neuen Haltestelle Jedlersdorf. Seit Oktober 2000 werden hier die Arbeiten bei laufendem Betrieb durchgeführt, eine neue, moderne und näher zu den Kunden- und Verkehrsströmen verlegte Haltestelle entsteht. 2003 wird die neue Haltestelle Jedlersdorf eröffnet.

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