Ja zum Dialog - Nein zur Polit-Show

Anti-Temelin Volksbegehren ist kontraproduktiv

Wien (OTS) - "Die Ablehnung der Atomkraft und von Temelin darf
nicht dazu instrumentalisiert werden, gegen die Erweiterung der EU und speziell gegen unsere tschechischen Nachbarn mobil zu machen," sagt Mag. Robert Zeiner, Vorsitzender der EU-Plattform österreichischer Nichtregierungsorganisationen und Geschäftsführer von HORIZONT3000. Es gebe viele Menschen in Tschechien, die ebenfalls nicht mit der Inbetriebnahme von Temelin einverstanden sind, für die aber nicht verständlich wäre, wenn es dadurch zu einer Blockierung des Beitritts von Tschechien zur EU komme. Gerade die ÖsterreicherInnen wüssten aufgrund der Sanktionen der 14-EU-Migliedsstaaten nur zu genau, was es bedeute, vom Dialog ausgeschlossen zu werden. Österreich sollte daher bei der EU-Erweiterung nicht als Nein-Sager, sondern als Weichensteller auftreten.

Komplexe Themen wie die Kernenergie lassen sich in einem gemeinsamen Europa besser bewältigen, als über verhärtete Staatsgräben hinweg. Diesen Standpunkt teilt auch Pavel Novácek, Direktor der Palacky Universität vom Zentrum für interdisziplinäre Studien aus Olomouc in Tschechien. Der Umwelt- und Entwicklungsexperte weilt auf Einladung von Trialog (www.clong-trialog.at) und der EU-Plattform in Wien und ist persönlich gegen Temelin. Die tschechische Republik habe nicht genug Bedarf dafür und exportiere sogar jetzt schon 18% der Elektrizität ins Ausland. "Mit der Produktionskapazität von Temelin wird es noch viel mehr sein." Der Überschuss an Energie gehe auf Kosten wichtiger Sanierungen in der Schwerindustrie. Neben den bekannten Problemen wie die Endlagerung des Atommülls, Sicherheits- und Umweltproblemen, fürchtet Palacky auch menschliches Versagen. Der studierte Umweltexperte befürwortet das öffentliche Interesse und die zivilen Aktionen in Österreich. Jedoch: "Die Frage von Temelin sollte nicht an die EU-Erweiterung geknüpft werden."

Das Anti-Temelin Volksbegehren vermischt berechtigte Vorbehalte von Umweltgefahren mit fragwürdigen anti-tschechischen und antieuropäischen Emotionen. "Ein Veto gegen den tschechischen EU-Beitritt hätte nur zur Folge, dass Tschechien nicht der EU beitreten kann und Temelin erst recht in Betrieb geht", so Zeiner. Man kann damit weder Temelin verhindern, noch sicherer machen. Schließlich bringt ja gerade die Erweiterung Europas eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Nachbarländern. Sie ist der beste Garant für mehr Sicherheit.

Österreich darf die Jahrhundertchance für die EU-Erweiterung nicht verspielen. "Wir müssen danach trachten, Grenzen nieder zu reißen und nicht unnötige Hindernisse auf dem Weg zu einem neuen, weltoffenen Europa aufzubauen", betont Zeiner.

Rückfragen & Kontakt:

Prof. Pavel Novácek
Tel.: 0676 369 09 46
nov@aix.upol.cz
http://www.upol.cz
Mag. Robert Zeiner
Tel.: 50 3000 3 800
Vorsitzender der EU-Plattform
c/o HORIZONT3000
Wohllebengasse 12-14
1040 Wien

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