Novelle zur Gewerbeordnung: Prinzhorn fordert mehr freie Gewerbe

Entwurf ist wichtiger Beitrag zur Entlastung der Unternehmer

Wien, 2002-01-15 (fpd) - Der freiheitliche Wirtschaftssprecher DI Thomas Prinzhorn ortet in dem heute präsentierten Entwurf zur Gewerbeordnungsnovelle zu wenige freie Gewerbe. "Die derzeit 84 reglementierten Gewerbe werden zwar auf 79 reduziert, aber nur deshalb, weil einige Gewerbe zu sog. "verbundenen Gewerben" werden. Diese unterliegen entsprechend dem Entwurf also weiterhin den jeweiligen Antrittsvoraussetzungen. Tatsache ist, daß lediglich ein Gewerbe, nämlich das Handelsgewerbe, zu einem "freien Gewerbe" werden würde", so Prinzhorn.****

Dies gehe ihm, Prinzhorn, zu wenig weit. Er wolle neben dem künftig freien Handelsgewerbe auch noch andere Gewerbe zu "freien Gewerben" zählen können, so etwa das des Fotografen, des Dekorateurs, des Bodenlegers, des Getreidemüllers, aber auch das der Gastwirte.

Des weiteren fordert Prinzhorn entsprechend dem Regierungsprogramm die Umsetzung eines verbindlichen standardisierten, computerunterstützten Verfahrens im Prüfungswesen. "Schriftliche Prüfungen sind daher nur auf diesem Weg vorzunehmen, um 100-prozentige Objektivität und Unparteilichkeit der Prüfer gewähren zu können. Hier geht der Entwurf noch zu wenig weit", so Prinzhorn.

"Aber auch die Verordnungen zu der Gewerbeordnung dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Hier muß es bei zahlreichen Gewerben zu massiven Erleichterungen beim Antritt eines Gewerbes kommen. Es kann nicht sein, daß etwa ein Fußpfleger oder ein Kosmetiker zuerst eine dreijährige Lehre abschließen und eine Lehrabschlußprüfung sowie zusätzlich zwei Jahre Praxiszeit nachweisen, und dann schlußendlich auch noch eine Meisterprüfung ablegen muß, um das Gewerbe selbständig ausüben zu können. In diesen Fällen muß der Lehrabschluß für den Gang in die Selbständigkeit ausreichen. Ebenso müssen in manchen Gewerben die zu langen Praxiszeiten überdacht werden, etwa beim Reisebürogewerbe", so Prinzhorn.

In weiten Bereichen sei aber der jetzt in die Begutachtung gehende Entwurf, so Prinzhorn, ein wichtiger Beitrag zur Entlastung der neu zu gründenden und der bestehenden Unternehmen sowie ein unverzichtbarer Bestandteil der Verwaltungsreform:
"One-Stop-Shop"-Prinzip, weniger bewilligungspflichtige Gewerbe, Zugang zu den Universitäten mit der Meisterprüfung, Erweiterung der Nebenrechte, Konkurs ist künftig kein Ausschließungsgrund mehr etc. seien einige Meilensteine dieser Reform. (Schluß)

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