Kaske: Bartensteins Devise: "Wer nix wird, wird Wirt?"

HGPD-Vorsitzender kritisiert Gewerberechtsvorstoß von "Steinzeitminister" Bartenstein

Wien (ÖGB/HGPD). Wenn es nach den Plänen von Wirtschaftsminister Bartenstein geht, soll die Liberalisierung des Gewerberechts ermöglichen, dass künftig jeder ohne Befähigungsnachweis in Österreich Wirt werden kann. Vorsitzender Rudolf Kaske von der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) bezeichnet dies als Rückfall in die Steinzeit: "Bisher ist Qualität untrennbar mit Aus- und Weiterbildung sowie Prüfungen, wie etwa der Konzessionsprüfung, oder einem anderen Befähigungsnachweis, verbunden. Dies wird in Zukunft völlig anders sein." Kaskes Frage an Bartenstein, der ja auch Arbeitsminister ist: "Warum sollen denn junge Leute noch etwas lernen, wenn jeder - egal ausgebildet oder nicht - in Zukunft einen Betrieb führen kann. Bartenstein gibt scheinbar die Devise aus: Wer nix wird, wird Wirt!". ++++

Darüber hinaus ergänzt der HGPD-Vorsitzende, dass das Hotel- und Gastgewerbe jahrelang Konkursbranche Nummer eins gewesen sei und es nur mühsam gelungen sei, diesen Spitzenplatz abzugeben: "Im Zuge der Liberalisierung wird das Gastgewerbe wieder die Pole-Position erlangen, da jeder, auch wenn er einen Konkurs gebaut hat, wieder einen neuen Betrieb eröffnen kann."

Bartenstein rüttelt an Arbeitszeit

Außerdem stößt es dem Gewerkschaftsvorsitzenden sauer auf, dass Wirtschaftsminister Bartenstein über eine Verlängerung der täglichen Höchstarbeitszeit verhandeln will. Auf den Punkt gebracht, hieße das:
Länger arbeiten, weniger Geld in der Tasche der Beschäftigten, da sie künftig auf Überstundenzuschläge verzichten müssten. "Bartenstein greift damit direkt in die Taschen der ArbeitnehmerInnen, dies grenzt an Lohnraub", empört sich Kaske, "diese arbeitnehmerInnenfeindliche Politik lehnen wir entschieden ab".

ÖGB, 15. Jänner 2002
Nr. 028

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