Leiner beharrt auf rückwirkender Senkung der Einkaufspreise

Fachverband erwägt jetzt rechtliche Schritte

Wien/Köln (PWK027) - Entgegen ersten Meldungen, wonach die Kika/Leiner Gruppe von einer einseitig rückwirkenden Senkung der Einkaufspreise Abstand nehmen wolle, hat der Möbelhändler dem Fachverband der Holzindustrie nun ausrichten lassen, dass er keineswegs bereit sei, auf diese Maßnahme zu verzichten. Bekanntlich verlangte Kika/Leiner in einem Rundschreiben von seinen Lieferanten 2 % des Einkaufsumsatzes des Vorjahres. Der Fachverband erwägt nun rechtliche Schritte gegen dieses Vorgehen.

Mit dieser Haltung gefährdet Kika/Leiner zahlreiche Arbeitsplätze in der Möbelbranche. Die klein- und mittelbetrieblich strukturierte Möbelindustrie beschäftigt rund 10.500 Arbeitnehmer und kommt durch die seit Jahren anhaltende Konzentration im Möbelhandel immer stärker in eine defensive Position. So sank in den letzten Jahren der Anteil heimischer Produkte am Inlandsmarkt signifikant.
Am Sitzmöbelmarkt für den Wohnbereich spielen heimische Anbieter mit 16 % nur mehr eine untergeordnete Rolle. Zunehmend decken sich die Großflächenanbieter hier mit Billigimporten aus Osteuropa ein. In der Außenhandelsbilanz (Wohn-, Sitzmöbel) stehen im Halbjahr 2001 Importe in der Höhe von 146 Mio. Euro (2,01 Mrd. ATS) Exporten im Ausmaß von 75,6 Mio. Euro (1,04 Mrd. ATS) gegenüber.

Die zunehmende Konzentration trifft aber auch den klein- und mittelständischen Einzelhandel. Trotz rückläufiger Erlöse wachsen die Verkaufsflächen weiter in den Himmel. Allein im Jahr 2000 ist die Gesamtverkaufsfläche um 5,6 % auf 2,5 Mio. Quadratmeter gestiegen. Die Expansionspolitik wird zunehmend durch aggressive Werbestrategien und Preisnachlässe auf dem Rücken der Lieferanten ausgetragen. Durch Übernahmen und Neueröffnungen im In- und Ausland wird versucht, die marktbeherrschende Stellung weiter auszubauen. Glaubt man den Aussagen der großen Möbelhäuser, ist das Wachstum noch lange nicht abgeschlossen. (MH)

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