Niederwieser: Gehrer - Schutzherrin der Wahrsager und Kartenleser?

Prognoseverfahren sind unwissenschaftliche Scharlatanerie

Wien (SK) "Es ist wissenschaftlich weitgehend unbestritten, dass eine seriöse Prognose über den Bildungs- und Lebensweg eines zehnjährigen Kindes unmöglich ist. Jedenfalls ist sie nicht viel seriöser als wenn man aus Karten oder Glaskugeln die Zukunft lesen will und vermutlich weisen astrologische Prognosen zumindest die gleiche Treffsicherheit auf wie ein scheinbar wissenschaftliches Prognoseverfahren", betonte SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Obwohl Bildungsministerin Gehrer das eigentlich wisse, ließe sie trotzdem BeamtInnen und ExpertInnen an solchen Prognoseverfahren arbeiten, "weil Eltern das vielleicht so wünschen und LehrerInnen hoffen, nur mehr 'geeignete' Kinder für eine bestimmte Schule zu bekommen", mutmaßte Niederwieser. Im Gegensatz dazu gehe die Konzeption der SPÖ - nachlesbar im Bildungsprogramm - von einem positiven Ansatz aus. "Wir glauben an die Entwicklungsfähigkeit eines jeden Kindes und wollen ein Schulsystem, das diese Entwicklungsfähigkeit fördert und nicht behindert", unterstrich der SPÖ-Abgeordnete. "Die frühe Auslese mit 10 Jahren verringert das Potenzial, das in unserer Jugend steckt", protestierte Niederwieser.

"Statt Prognose und Noten braucht es eine Beschreibung des Fortschritts, den ein Kind macht und ein Eingehen auf die individuellen Fähigkeiten. Denn was im Sinne der Noten nicht für ein Genügend reicht, kann im Einzelfall für ein Kind ein Quantensprung sein", argumentierte Niederwieser. Nicht "über einen Leisten scheren" sei angesagt sondern die Erkenntnisse der Wissenschaft müssten auch in unseren Schulen Einzug halten, schloss Niederwieser. (Schluss) up/mm

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