Österreichische Möbelindustrie schafft "All-Time-High" im Export

Ausfuhren im Jahr 2001 um 7 % auf 281 Mio. Euro gesteigert - Trend zu hochwertiger Qualität "made in Austria" hält an

Köln (PWK025) - Mit einem satten Plus von 7 % auf 281 Mio. Euro
hat die österreichische Möbelindustrie im Jahr 2001 ein "All-Time-High" im Export erzielt. "Durch die gute Exportentwicklung konnten wir den Marktrückgang in Österreich fast zur Gänze abfangen. Die Gesamtproduktion liegt mit 875,7 Mio. Euro nur um 0,2 % unter dem Wert des Vorjahres", freut sich Erwin Berghammer, Sprecher der österreichischen Möbelindustrie, bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Möbelmesse IMM in Köln.

Besonders gefragt waren auf den internationalen Märkten Küchen- und Badezimmermöbel "made in Austria". Die Exporte in dieser Sparte kletterten um mehr als 11 % auf 73 Mio. Euro. Die Ausfuhren bei Wohnmöbeln erhöhten sich um 5,1 % auf 99 Mio. Euro, bei Sitzmöbeln war eine Steigerung um 5,3 % auf 109 Mio. Euro möglich.

"Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner der österreichischen Möbel- und Einrichtungsbranche 59 % der österreichischen Möbelexporte von insgesamt 950 Mio. Euro gingen im Jahr 2000 nach Deutschland. Das entspricht einem Lieferwert von 558 Mio. Euro ", erklärte Christiane Zwettler, österreichischer Handelsdelegierte in Frankfurt/Main. Zweitwichtigstes Abnehmerland, mit 40 Mio. Euro allerdings weit abgeschlagen, war Italien, gefolgt vom Vereinigten Königreich und Frankreich.

Der österreichische Möbelmarkt ohne Büromöbel, Drehstühle und Ladenbau erzielt 2001 - auf Basis einer Hochrechnung der ersten neun Monate - voraussichtlich ein Marktvolumen von 1,2 Mrd. Euro, gegenüber 2000 ist der Gesamtmarkt somit um -2,3% geschrumpft. Während 2001 der Umsatz bei Küchen- und Badezimmermöbeln gegenüber 2000 voraussichtlich um 1 % wächst, wird der Umsatz mit Wohnmöbeln um 2,5 % und der mit Sitzmöbeln sogar um 5 % geringer ausfallen als im Jahr 2000.

Der Anteil der österreichischen Produktionen am heimischen Möbelmarkt ohne Objektmöbel beträgt 2001 voraussichtlich 48,3 %, gegenüber 2000 ein Rückgang um 2,4 Prozentpunkte. Ausschlaggebend dafür sind schrumpfende Marktanteile bei Sitzmöbeln. Nur noch knapp 13 % des Umsatzes wird mit österreichischen Produkten getätigt. Die Entwicklung ist auf die zunehmende Handelskonzentration im Möbelhandel, der verstärkt auf billige Importware setzt, zurückzuführen. Dass hochwertige österreichische Qualität auch Käufer findet, zeigt die Entwicklung in anderen Märkten. Bei Küchenmöbeln kommen nach wie vor 68 % und bei Wohnmöbel 55 % aus heimischer Produktion.

Die besondere Bedeutung von Möbeln für die Konsumenten hat die Wiener Motivforscherin Helene Karmasin herausgearbeitet. Ihr Credo: "Wir brauchen Möbel, weil sie für uns eine besondere Bedeutung haben, weil sie uns Identität geben, weil sie Gemeinschaften schaffen, Positionen und Mentalitäten ausdrücken, Ideale sichtbar machen, uns trösten, verwöhnen und stolz machen". Deshalb müsse sich jeder Produzent in jedem Produktbereich immer wieder die Frage stellen: Was wird eigentlich verkauft? Dies gelte in besonders hohem Ausmaß für Wohnungen und deren Einrichtung. Wohnungen sind im Kern ein Bereich, der für Menschen eine hohe emotionale Bedeutung hat, und Möbel tragen dazu bei, diese Bedeutung sichtbar zu machen. Sie müssen allerdings so präsentiert und kommuniziert werden, dass diese Bedeutung sichtbar wird. Nur diese spezielle Bedeutung verlocke zum Konsum, selten die funktionale Notwendigkeit allein.

Die Möbelmesse Köln ist weltweit die bedeutendste Messeveranstaltung auf dem Möbel-Einrichtungssektor. Rund 1.500 Unternehmen aus mehr als 50 Ländern präsentieren Möbel für alle Wohnbereiche. 60 % der Aussteller kommen aus dem Ausland. Aus Österreich nehmen heuer über 30 Unternehmen teil. Österreich ist damit neben Italien, Dänemark, Frankreich, der Schweiz und Spanien eines der wichtigsten ausländischen Ausstellerländer. Wer in der Möbelbranche in Österreich Rang und Namen hat, ist in Köln vertreten.

Zur Person: Kommerzialrat Erwin Berghammer, Eigentümer der Firma Team 7 Natürlich Wohnen GmbH und stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie. (MH)

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Die Österreichische Möbelindustrie
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