AK Tumpel fordert IT-Offensive in der Aus- und Weiterbildung

Eine IT-Offensive in der Aus- und Weiterbildung forderte AK-Präsident Herbert Tumpel bei der Präsentation der Studie des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen "Digitale Wirtschaft". "Über kurz oder lang wird es keinen Berufsbreich geben, in dem die Arbeitnehmer nicht in irgendeiner Form mit Datenverarbeitung konfrontiert sind", sagt Tumpel. Die Anforderungen an die Arbeitnehmer ändern sich laufend. Tumpel: "Im Interesse der Arbeitnehmer und des Wirtschaftsstandortes Österreich muss die Lösung daher heißen: Beste Ausbildung und möglichst breite Weiterbildung." Der AK Präsident plädiert daher für eine bessere Ausstattung der Schulen mit Computern, mehr Weiterbildung der Lehrer im IKT-Bereich und einen Ausbau des Gegenstandes "Informatik" an Berufsschulen und der AHS-Oberstufe. Moderne Ausbildungsverbünde sollen die Lehrlingsausbildung verbessern. "An den berufsbildenden Schulen und Fachhochschulen muss die Regierung dringend das Geld für mehr Studienplätze zur Verfügung stellen, damit diese Schulen nicht so viele Interessenten abweisen müssen", sagt Tumpel. Damit alle Arbeitnehmer mit dem Fortschritt Schritt halten können fordert Tumpel von der Regierung "100 Millionen Euro für die Weiterbildung", mehr kostenlose Bildungsberatung und eine Verbesserung der Bildungskarenz. ****

Mehr IT-Ausbildung an Pflichtschulen
+ Bessere Ausstattung der Schulen mit Computern.
+ Unverbindliche Übung "Umgang mit Computern" an den Volksschulen. + Mehr Weiterbildung der Lehrer im IKT-Bereich.
+ Verstärkter Einsatz des Computers und des Internets in allen Fächern.
+ Ausbau des Pflichtgegenstandes "Informatik" an der AHS-Oberstufe.

Bessere Lehrlingsausbildung
+ Moderne Ausbildungsverbünde: Wenn ein Klein- oder Mittelbetrieb in den neuen Technologien nicht die gesamte Ausbildung bieten kann, sollen Lehrlinge auch in Partnerbetrieben ausgebildet werden.
+ An den Berufsschulen sollen Lehrlinge die Inhalte des Europäischen Computerführerscheins kostenlos erwerben können.
+ Spezielle Förderung von Mädchen, die in allen IKT-Lehren unterrepräsentiert sind.

Mehr Plätze für berufsbildende Schulen und Fachhochschulen
Die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und die Fachhochschulen platzen aus allen Nähten. "Vor allem an den Schulen, die einen EDV-Schwerpunkt haben, bewerben sich bis zu drei mal so viele Schüler wie es Plätze gibt", sagt Tumpel. Konkret haben sich im Herbst etwa an der HTL-Rennweg 1.021 Mädchen und Burschen beworben. Für sie gab es aber nur 270 Plätze.

Ähnlich ist das Bild an den Fachhochschulen. Im Herbst gab es an den Fachhochschul-Studiengängen 5.400 Plätze für Anfänger. Beworben haben sich dafür aber 18.000 Personen. Das Bildungsministerium fördert pro Jahr nur 600 zusätzliche Plätze an Fachhochschul-Studiengängen. "Das ist zu wenig", kritisiert der AK Präsident.

AK Präsident Tumpel fordert:
+ Die Regierung muss mehr Geld für mehr Schulplätze an den berufsbildenden Schulen bereit stellen. Notwendig wären mindestens 6.000 neue Plätze.
+ Das Angebot der Schulen muss besser auf die Nachfrage der Wirtschaft abgestimmt werden. Tumpel: "Ein Jugendlicher, der eine IT-Ausbildung oder eine internationale kaufmännische Ausbildung will, hat nichts von einem offenen Platz an einer landwirtschaftlichen Fachschule."
+ Mehr Förderunterricht und kleinere Klassenschülerzahlen, damit die hohen Drop-Out-Raten (an berufsbildenden höheren Schulen: 38 Prozent) gesenkt werden können.

+ Rascher Ausbau der Fachhochschulen durch Aufstockung der Plätze an den bestehenden Studiengängen.
+ Neue Fachhochschul-Studiengänge in zukunftsweisenden Bereichen, wie IKT, Biotechnologie, Gesundheits- und Sozialbereich oder Umwelt und Verkehrstechnik.
+ Besseres Fachhochschul-Angebot für Berufstätige.
+ Verkürzung der Studiengänge durch die Anrechnung einer einschlägigen Ausbildung an einer berufsbildenden höheren Schule. + Erhöhung der Frauenquote an den Fachhochschulen.

Alle Arbeitnehmer müssen mit dem Fortschritt Schritt halten können Drei Viertel der Arbeitnehmer sagen: Weiterbildung ist wichtig für mein Vorärtskommen im Beruf. In den Betrieben kommen bei der Weiterbildung in erster Linie Jüngere, Männer und gut ausgebildete Arbeitnehmer zum Zug. "Ich appelliere an die Wirtschaft auch Älteren, Frauen und Arbeitern mehr Chancen zur Weiterbildung zu geben", sagt Tumpel, "denn es ist das Können jedes einzelnen Arbeitnehmers, das zählt."
Weil für ihn "Weiterbildung ein ganz zentraler Punkt der Bildungspolitik" ist, verlangt der AK Präsident:
+ Die Regierung soll "100 Millionen Euro" für die Weiterbildung bereit stellen, damit sich alle Arbeitnehmer Weiterbildung auch leisten können.
+ Damit finanziert werden sollen: Kostenlose Kurse für alle, die den Hauptschulabschluss oder einen Lehrabschluss nachholen oder die Berufsreifeprüfung absolvieren wollen.
+ Mehr und bessere kostenlose Bildungsberatung.
+ Bundesschulen sollen für die Erwachsenenbildung gebührenfrei geöffnet werden.
+ Leichterer Zugang zur Berufsreifeprüfung.
+ Bessere Rahmenbedingungen für die Bildungskarenz.

Darüber hinaus schlägt der AK Präsident eine gesetzlich festgelegte jährliche Mindestweiterbildungszeit für alle Arbeitnehmer vor.

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AK Wien Presse Christian Spitaler

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