ÖAMTC: Tunnelportale dürfen nicht zur tödlichen Falle werden

Club fordert Sofortmaßnahmen zur Hebung der Tunnelsicherheit

Wien (ÖAMTC-Presse) - Wie der heutige Unfall beim Portal des Bettlerkreuz-Tunnels und der tödliche Unfall am Sonntag beim Portal des Reigersdorftunnels beweisen, ist der Aufprallschutz vor den Tunneleinfahrten nicht ausreichend. "Ein Schwerverletzter und ein Toter innerhalb weniger Tage müssen Anlass sein, den Aufprallschutz vor Tunnelportalen und die bauliche Gestaltung von Tunneleinfahrten kritisch zu überdenken", sagt ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke.

Auffallend ist, dass sich solche Aufprallunfälle fast ausschließlich in Kärnten ereignen. Die Tunnelkommission (Experten des Infrastrukturministeriums, der ASFINAG, ÖSAG, Rettungskräfte und des Clubs) hat schon vor Monaten auf diese Unfallgefahr im Bereich der Tunnelportale hingewiesen. Die vorgeschlagene Verbesserung durch bessere Beleuchtung bei Tunneleinfahrten und Leiteinrichtungen aus Stahl- oder Beton wurden bisher aber nicht umgesetzt. Diese könnten aber gerade vor Tunnelportalen mit Aufprallschutz wesentlich dazu beitragen, dass der Autofahrer durch die Leitschiene, die an der rechten Kante des Aufprallschutzes endet, in den Tunnel gewiesen wird.

Grundsätzlich hat sich der sonst bei Fahrbahnteilung eingesetzte Aufpralldämpfer bisher bewährt. Er kann Aufprallgeschwindigkeiten bis 80 km/h so verkraften, dass es bei Fahrzeugen mit guter Crash-Sicherheit zu keinen tödlichen Unfallfolgen kommt. Der Aufprallschutz besteht aus einem Airbag, der an einer Betonhalterung mit rund 2,5 Metern Breite und bis zu 6 Metern Länge befestigt ist. Im Inneren befinden sich Luftkammern, die durch Ventile verbunden sind. Beim Aufprall eines Autos wird die Luft von Kammer zu Kammer gedrückt, um schließlich ins Freie zu entweichen. Bei diesem Vorgang wird der Wagen abgebremst.

Bei bisher 70 untersuchten Tunnels in Europa stellen Frontalkollisionen an den Portalen keine Unfallhäufung dar. Es kam zwischen 1998 und 2001 beispielsweise in Österreich zu 107 Unfällen, die in einem Aufpralldämpfer endeten. Die Bilanz: 28 leicht, fünf schwer Verletzte und drei Tote, darunter die beiden Lenker die im vergangenen Jahr in das Portal des Reigersdorftunnels krachten, der Unfallhergang ist nach wie vor ungeklärt.

Zwtl. ÖAMTC fordert auch in Tunnels durchgängige Seitenstreifen

"Es ist aber nicht einzusehen, dass Fahrbahnen in Tunnels ohne Seitenstreifen gebaut werden und damit schmäler sind als im Freiland", kritisiert der ÖAMTC-Tunnelexperte die gängige Praxis. Matzke: "Sicherheit braucht Platz gilt für Tunnels im besonderen." Deswegen hat der Club durchgesetzt, dass die Tunnels der im Bau befindlichen Wiener Südumfahrung einen durchgängigen Seitenstreifen bekommen und damit keine gefährliche Verschmälerung mehr stattfindet.

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