Bartenstein: ABA verzeichnet trotz internationaler Konjunkturschwäche neuen Volumensrekord bei ausländischen Investitionen

120 Projekte brachten Investitionen in der Höhe von 590,95

Wien (BMWA-OTS) - Millionen Euro und 5113 neue Arbeitplätze

"Trotz einer internationalen Konjunkturschwäche
konnte die Austrian Business Agency (ABA) im Vorjahr einen neuen Rekord beim Investitionsvolumen ausländischer Firmen in Österreich erzielen: Mit 590,95 Millionen Euro (8,13 Milliarden Schilling) wurden 5113 neue Arbeitsplätze geschaffen, die es ohne die ABA nicht gegeben hätte." Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein zeigte sich mit diesen Worten zufrieden über die Leistungen der staatlichen Betriebsansiedlungsgesellschaft, die das Volumen der getätigten Investitionen gegenüber dem Jahr davor (553,89 Millionen Euro/7,62 Milliarden Schilling) um 6,7 Prozent steigern konnte. Gemeinsam mit den regionalen Ansiedlungsgesellschaften konnte die ABA 120 Firmen erfolgreich bei ihrer Ansiedlung in Österreich beraten und dieses Ergebnis erzielen. Für ABA-Geschäftsführer René Siegl sind drei Gründen für den Wirtschaftsstandort Österreich besonders wesentlich: Erstens die wirtschaftsgeographische Lage, zweitens die Qualifikation und Motivation der Arbeitskräfte und drittens die Stabilität des Landes. ****

Für das laufende Jahr stellt ABA-Geschäftsführer René Siegl angesichts eines Rückganges der offenen Projekte eine vorsichtige Prognose: Rekordwerte würden schwieriger zu erreichen sein, angesichts einer Konzentration auf höherwertige und forschungsintensivere Projekte könnten das Investitionsvolumen aber zumindest gehalten werden.

Reformen bei Steuern und Arbeitszeit sollen Standortqualität sichern

Für die Sicherung bzw. den Ausbau der Standortqualität Österreichs seien Maßnahmen bei der Unternehmensbesteuerung und bei den Arbeitszeitregelungen unerlässlich, kündigte Bartenstein an. Nach einer Senkung der Unternehmenssteuern in Deutschland hat Österreich auf diesem Gebiet einen Vorsprung verloren und befindet sich plötzlich im Durchschnitt der OECD-Länder. Sobald im Budget der erforderliche Spielraum vorhanden ist, werde es daher zu einer Senkung der Unternehmenssteuern und auch zu einer Vereinheitlichung der Besteuerung von Kapitalgesellschafen einerseits und Personengesellschaften andererseits kommen müssen. Eine einheitliche KÖSt für Kapital- und Personengesellschaften wäre ein deutliches Signal für die mittelständischen Betriebe, wobei der Minister auch an das Versprechen des Finanzministers beim ersten Reformdialog erinnerte, die KÖST von 34 auf 31 Prozent zu senken. Auch bei den Lohnnebenkosten müssten Spielräume bei der Arbeitslosenversicherung, der Unfallversicherung und dem Insolvenzfonds ausgenützt werden.

Als besonderes Manko hätten sich aber, so Bartenstein und Siegl gemeinsam, in Gesprächen die starren Arbeitszeitregelungen herausgestellt, die sich besonders für die Ansiedlung von investitionsintensiven Produktionsbetrieben nachteilig auswirken. Vor allem die in Österreich sehr restriktive Regelung der täglichen Höchstarbeitszeit sei dabei ein besonderes Hemmnis. Eine größere Flexibilisierung im Arbeitszeitgesetz und in den Kollektivverträgen sei daher unerlässlich, wobei Bartenstein auf eine Arbeitszeitreform auf der Basis eines konsensualen Sozialpartnervorschlages hofft. Bartenstein dazu: "Die Theoretiker in Wien müssten endlich das akzeptieren, was für Betriebsräte an Ort und Stelle kaum ein Problem ist."

Bei den Herkunftsländern führt nach wie vor Deutschland mit 45 Unternehmen. Dann folgt die Schweiz mit 16, Japan, Großbritannien, Italien und die USA mit je 7, Taiwan mit 6, Schweden mit 4, Frankreich mit 3, Belgien, Slowakei, Slowenien, Niederlande und Türkei mit je 2. Der Rest der Projekte verteilt sich auf verschiedene osteuropäische und asiatische Länder sowie Dänemark.

68 der 120 Firmen haben sich für den Standort Wien entschieden, 17 für Oberösterreich, je 9 für Niederösterreich und Salzburg sowie je 6 für Kärnten und Tirol. In Vorarlberg haben sich 2 der Unternehmen angesiedelt und 1 in der Steiermark. 2 Unternehmen sind österreichweit tätig.

Unter den Projekten befinden sich 66 Dienstleister, 38 Distributionseinheiten, 11 Produktionsbetriebe und 5 Unternehmen, die ihre F&E-Aktivitäten in Österreich angesiedelt haben. 20 Unternehmen haben ihre Europa- bzw. Osteuropazentrale in Österreich errichtet.

Die Branchenanalyse zeigt mit 35 Projekten ein deutliches Übergewicht des ITC-Sektors, gefolgt vom Metallbereich mit 5 Unternehmen. Insgesamt befinden sich unter den Projekten 16 Erweiterungen, 5 Joint Ventures sowie 4 Akquisitionen.

Neben dieser ABA-Bilanz dürfe man aber jene ausländischen Unternehmen nicht vergessen, die schon länger in Österreich ansässig sind und für weitere Investitionen in österreichische Standorte der ABA-Hilfe nicht mehr bedürfen, ergänzte Bartenstein abschließend.

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