Baugewerkschaften verstärken internationale Zusammenarbeit

Baugewerkschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz koordinieren ihre Tarifpolitik und die Betreuung von Wanderarbeitern

Wien (ÖGB/GBH): "Dem verstärkten Tätigwerden internationaler Konzerne, auch in der Bauwirtschaft, stellen wir ein Konzept der internationalen Solidarität der Bauarbeiter gegenüber", erklärten Johann Driemer, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Österreich, Ernst-Ludwig Laux, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Deutschland, und Hans-Ueli Scheidegger, Mitglied der Geschäftsleitung der Gewerkschaft Bau & Industrie, Schweiz, anlässlich des Arbeitstreffens der deutschen, Schweizer und österreichischen Baugewerkschaften in Wien.++++

Zentraler Schwerpunkt des Arbeitstreffens war die Koordination im Bereich der Kollektivvertrags- bzw. Tarifpolitik der Baugewerkschaften in den drei Ländern. Während die deutschen und Schweizer Bauarbeiter harten Tarifvertragsverhandlungen entgegen gehen, wurden die Kollektivvertragslöhne für 2002 in Österreich bereits im Vorjahr mitverhandelt. "Trotz aller landesspezifischen Besonderheiten wird es immer wichtiger, europäische und internationale Entwicklungen bei Gewerkschaftsstrategien zu berücksichtigen", erklärte der Schweizer Delegationsleiter Hans-Ueli Scheidegger.

Ernst-Ludwig Laux, der die Bedeutung der Arbeitszeit- und Lohnfragen für die Bauarbeiter hervorhob, stellte für die deutschen Teilnehmer des Gewerkschaftstreffens fest: "Das gegenseitige Beistehen der Baugewerkschaften in schwierigen Zeiten zeigt die große Solidarität, die in diesen Berufsgruppen herrscht. Die enge Kooperation und die organisatorische Unterstützung stärken so auch die Verhandlungsposition gegenüber den Arbeitgebern".

Verbesserte Betreuung bei Auslandsentsendung

Zweites wichtiges Thema war die Vorbereitung einer Solidaritätsvereinbarung zur gegenseitigen Betreuung im Ausland tätiger Bauarbeiter.
Johann Driemer als Gastgeber und Leiter der österreichischen Delegation betonte: "Gerade wer im Ausland arbeiten muss, ist oft nicht mit seinen Rechten am Arbeitsort vertraut. Die Baugewerkschaften werden durch den angepeilten Vertrag sicherstellen, dass jeder Bauarbeiter in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich, wo immer er in diesen Ländern arbeitet, die bestmögliche Betreuung erhält".

Weitere wichtige Themen waren die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Erweiterung der Europäischen Union, die dramatische Bau-Arbeitslosigkeit in Österreich aufgrund verfehlter politischer Entscheidungen sowie organisatorische Fragen. Alle Teilnehmer des Treffens der Baugewerkschaften waren sich einig: "Die verstärkte Zusammenarbeit bringt unmittelbaren Nutzen für die Mitglieder - nur so ist es möglich, den international agierenden Konzernen ein System der internationalen Solidarität entgegen zu setzen".

ÖGB, 14. Jänner 2002
Nr. 025

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