Kroatien im Aufwärtstrend - Österreich größter Auslandsinvestor

Positive Wirtschaftsdaten in allen Sektoren

Wien (PWK022) - "Die makroökonomischen Indikatoren Kroatiens
weisen eine positive Tendenz auf, sodass von einer wirtschaftlichen Trendwende in Kroatien gesprochen werden kann", berichtet Peter Hasslacher, Handelsdelegierter in Zagreb. Die Wirtschaft wächst wieder, bis ins dritte Quartal d.J. stiegen die Industrieproduktion um +5,5%, die Exporte um +6,1%. 2001 wird das BIP einen Zuwachs von +4% verzeichnen, für die Bauwirtschaft rechnet man mit einem Plus von 8-10% und für die Tourismuseinnahmen +15%. Problematisch bleibt die weiterhin sehr hohe Arbeitslosigkeit von - laut kroatischer Statistik - 21,5% bzw. 369.200 Menschen ohne Beschäftigung. Die budgetäre Lage und die Staatsverschuldung werden von Analysten des Banken- und Finanzsektors als derzeit nicht alarmierend beurteilt.

Von 1993 bis Mitte 2001 wurden von ausländischen Unternehmen rund US $ 5,6 Mrd. in Kroatien investiert. "Österreich ist mit einem Investitionsvolumen von $ 1.540 Millionen vor den USA ($ 1.202 Millionen) und Deutschland ($ 1.156 Millionen) größter Auslandsinvestor in Kroatien", so Hasslacher. Nach Angaben des Handelsdelegierten konzentrieren sich die österreichischen Investitionen auf den Finanzdienstleistungsbereich mit Bank Austria/HVB, Erste & Steiermärkische Bank, Hypo Alpe-Adria-Bank, Österreichische Volksbanken, Raiffeisen - RZB, 3-Banken-Gruppe, GRAWE, Merkur, Uniqa, Wiener Städtische und Wüstenrot, den Mediensektor mit Styria, den Telekommunikationsbereich mit Mobilkom sowie den Bau- und Bauzuliefersektor mit STRABAG, BRAMAC, Filli Stahl, Knauf, VA Tech, VA Tech Elin, VA Stahl und Wienerberger. Von 2001 bis Ende 2004 will man 7 Mrd. Euro an Neuinvestitionen ins Land bekommen, um eine zügige Wirtschaftsentwicklung auf breiter Basis zu ermöglichen.

Mit der Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) am 29. Oktober d.J. wurde ein wichtiges Instrument für die schrittweise Integration Kroatiens in die Europäische Union geschaffen. Konkret resultieren aus dem SAA umfassende Erleichterungen im Handel mit der EU durch asymmetrische Zollsenkungen. "Durch Klauseln zur Niederlassungsfreiheit, zur Erbringung von Dienstleistungen und zum Kapitalverkehr sowie durch die schrittweise Harmonisierung der kroatischen Gesetzgebung mit dem Gemeinschaftsrecht sollte sich das unternehmerische Umfeld mittelfristig weiter verbessern", ist Hasslacher überzeugt. Die regionale Kooperation wird bereits stark forciert. Kroatien hat mittlerweile mit 28 Staaten Freihandelsverträge abgeschlossen. Ca. 80% des kroatischen Außenhandels werden ab 1.1.2002 somit zollbegünstigt bzw. zollfrei sein.

Die österreichische Statistik 1-9/01 weist für die Importe aus Kroatien +12,03% (insgesamt ATS 3,238 Mrd./Euro 235,34 Mio.), für die Exporte nach Kroatien +26,21% (insgesamt ATS 8,552 Mrd/Euro 621,50 Mio) aus. "Die positiven Entwicklungsansätze der kroatischen Wirtschaft lassen eine weitere Intensivierung der bilateralen Handelsbeziehungen erwarten. Bis Ende 2001 sollte es möglich sein, die österreichischen Exporte nach Kroatien über die ATS 11 Mrd. bzw. die 1%-Marke der gesamtösterreichischen Exporte zu steigern", so der Handelsdelegierte.

Im ersten Halbjahr 2002 plant die Außenhandelsstelle Zagreb im Rahmen des Südosteuropaschwerpunkts der Wirtschaftskammer Österreich eine Fokussierung auf den Themenbereich "Umwelt, Wasser und Abfallwirtschaft" und der "Tourismus" ist während der gesamten Laufzeit des Südosteuropaschwerpunkts ein "Dauerbrenner". Die großen anstehenden Privatisierungen der nächsten Zeit (Croatia Osiguranje, INA) werden von der Außenhandelsstelle Zagreb ebenfalls schwerpunktmäßig behandelt. Nicht zuletzt ist es der Außenhandelsstelle gelungen, die Tradition des Österreichischen Wirtschaftstisches wiederzubeleben und damit österreichischen Unternehmern in Kroatien erneut eine Plattform für Erfahrungsaustausch, Kontaktpflege und regelmäßiges Networking zur Verfügung zu stellen. (pt)

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