IV OÖ: Tschechiens EU-Beitritt ist das größte Konjunktur-Förderprogramm für Oberösterreich!

"Der EU-Beitritt Tschechiens darf auf keinen Fall verhindert werden", appelliert IV OÖ-Präsident Gen.Dir. Dr. Karl Büche angesichts der heute startenden Eintragungsfrist zum Anti-Temelin-Volksbegehren an die oberösterreichische Bevölkerung. "Die sogenannte Osterweiterung der Europäischen Union ist unser wichtigster Wirtschaftsmotor und sichert über Jahre hinaus tausende Arbeitsplätze in ganz Österreich."

Diese Aussage des obersten Repräsentanten der OÖ. Industriellenvereinigung fußt zum einen auf den bisherigen Auswirkungen der Ostöffnung seit dem Jahr 1989. Zum anderen begründet sie sich auf dem Ergebnis einer von der IV OÖ beim Linzer Volkswirtschaftsprofessor Dr. Friedrich Schneider (Johannes Kepler Universität Linz) in Auftrag gegebenen Studie, wonach durch den EU-Beitritt der MOEL (mittel- und osteuropäischen Länder) alleine in Oberösterreich jährlich rund 1.162 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Österreichweit handelt es sich sogar um cirka 7.200 Arbeitsplätze pro Jahr.

"Wer unterschreibt, soll die Konsequenzen kennen"

Die OÖ. Industriellenvereinigung hat nicht die Absicht, sich in die politische Debatte über die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Temelin einzumischen. "Wer aber das Volksbegehren - mit dem letztlich über den EU-Beitritt Tschechiens entschieden werden soll - unterschreibt, sollte zumindest über die wirtschaftlichen und vielleicht sogar persönlichen Konsequenzen informiert sein", meint dazu Dr. Karl Büche.

49.000 neue Arbeitsplätze seit der Ostöffnung

Alleine die österreichischen Wirtschaftsdaten seit dem Fall des Eisernen Vorhangs untermauern die Bedeutung unserer Außenhandelsbeziehungen zur Tschechischen Republik. Seit 1989 stiegen die Exporte in unser nördliches Nachbarland kontinuierlich an, heute ist Tschechien bereits der achtwichtigste Exportpartner Österreichs. Der Anteil an den österreichischen Gesamtexporten beträgt derzeit rund drei Prozent.

Laut ÖROK (Österr. Raumordnungskonferenz) wurden im Zeitraum 1989 bis 1997 durch die Grenzöffnung rund 49.000 neue Arbeitsplätze in Österreich geschaffen. Und in einer Studie der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank wird prognostiziert, dass Österreich durch die EU-Osterweiterung mit einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum von ca. einem Prozent pro Jahr zu rechnen hätte. Österreich - insbesondere das Land Oberösterreich - wäre eindeutig der Hauptgewinner.

Weitreichende Auswirkungen

Die Vorteile des Beitritts Tschechiens zur Europäischen Union liegen auf der Hand. "Österreichische Waren würden durch die Aufhebung der Zölle in Tschechien billiger. Unsere Exporte würden dadurch deutlich ansteigen", erklärt IV OÖ-Präsident Büche. "Weiters würden viele EU-Fördermittel statt wie bisher nach Spanien, Portugal oder Griechenland künftig in unsere nördlichen und östlichen Nachbarländer fließen. Durch die geographische Nähe würden vorwiegend österreichische Unternehmen von den damit finanzierten Investitionen profitieren." Letztlich würde durch den steigenden Wohlstand in diesen Ländern und die dynamische Kaufkraftentwicklung wiederum die Nachfrage nach nach österreichischen Produkten steigen, wie Büche erklärt: "Der EU-Beitritt Tschechiens würde somit zu unserem wichtigsten Konjunktur-Förderprogramm."

Um diese Effekte auch in Zahlen fassen zu können, hat die OÖ. Industriellenvereinigung bei o.Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider eine diesbezügliche Studie in Auftrag gegeben.
(Detaillierte Informationen zur Studie "Die bevorstehende EU-Osterweiterung: positive und negative Integrationseffekte für (Ober-) Österreich aus volkswirtschaftlicher Sicht" werden von Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider präsentiert.)

IV OÖ fordert schnellstmöglichen EU-Beitritt Tschechiens

Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse gibt es aus Sicht der OÖ. Industriellenvereinigung nur eine einzige Möglichkeit: der EU-Beitritt Tschechiens muss so schnell wie möglich vorangetrieben werden. "Wir fordern die heimischen Politiker auf, alles zu tun, damit wir die Vorteile der EU-Erweiterung ehestens nützen können", so Büche.

Diese Forderung beinhaltet auch eine möglichst rasche Umsetzung aller geplanten und bisher offenen Verkehrsinfrastruktur-Maßnahmen. Weiters sollten bereits jetzt Programme für eine Zusammenarbeit zwischen Österreich und Tschechien auf der Ebene der Universitäten, Fachhochschulen und berufsbildenden Schulen ausgearbeitet werden.

Zuvor gilt es jedoch, die (ober-) österreichische Bevölkerung über die Notwendigkeit des tschechischen EU-Beitritts aufzuklären. "Aus wirtschaftlicher Sicht raten wir, das Temelin-Volksbegehren NICHT zu unterschreiben", sagt der IV OÖ-Präsident. "Wer unterschreibt, gefährdet tausende Arbeitsplätze - und damit möglicherweise seinen eigenen!"

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