DER STANDARD-Bericht: "Die Hälfte der Eltern sagt: Schüler lernen das Falsche - Kinder sitzen länger im Unterricht als in anderen Ländern" - Erscheinungstag 12.1.2002

Wien/Linz (OTS) - 47 Prozent der Eltern mit Schulkindern sagen,
dass "die Schüler in der Schule viele Dinge lernen müssen, die man im späteren Leben eigentlich nicht braucht". Nur 41 Prozent hängen der Gegenthese an, "dass die Schüler in der Schule im Großen und Ganzen das Richtige lernen".

Das geht aus einer market- Umfrage für den Standard hervor, in der Familien mit unmittelbaren Schulerfahrungen befragt wurden. Dabei zeigt sich, dass die Befragten, Eltern, Großeltern und (ältere) Schüler, insgesamt die gleiche Einschätzung über Sinn und Unsinn der Lehrinhalte haben.

Auch ein internationaler Ländervergleich belegt, dass in Österreich die Schüler besonders viele Schulstunden haben - was unser Bildungssystem besonders teuer, aber nicht unbedingt besonders gut macht. Der Pisa-Testsieger Finnland kommt mit knapp 1200 Schulstunden weniger in drei Schuljahren zu besseren Leistungen der Schüler als Österreich: In Finnland sitzen Schüler im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren 2200 Stunden in der Schule, in Österreich sind es 3407 Stunden.

Schulexperten nehmen an, dass die hohe Zeitbelastung der Schüler zu Frustrationen führt - und zu Zweifeln, ob man "das Richtige" lernt.

Der Philosoph und Schriftsteller Franz Schuh sagt dazu in einem Gespräch mit dem Standard: "Schule hat nur sekundär etwas mit Bildung zu tun. . . Es gibt aber viele Lehrer, die Vorbildwirkung haben." (cs, mon)

Rückfragen & Kontakt:

Der Standard
Tel.: (01) 531 70/428

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/OTS