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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Eisiger Griff nach dem Gletscher

Utl.: Ausgabe vom 12. Jan. 2002=

Aus einer seinerzeit sowohl heiß wie öffentlich
umstrittenen Partnerschaft zwischen dem Flattacher Bürgermeister Siegfried Huber und dem Tiroler Seilbahnunternehmer Heinrich Schultz hervorgegangen, ist das Schigebiet Mölltaler Gletscher wieder einmal im Gespräch. Nun ist es der Tourismusverband Gastein, der begehrliche Blicke aufs - katastrophal schwindende - Dreitausender-Eis wirft. Der Kärntner Nationalparkreferent Georg Wurmitzer stemmt sich gegen das Ansinnen. Naturschützer hoffen, dass er nicht umfällt. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass der Landesrat klar deponierte Positionen von einem Tag auf den anderen wechselt.

Erschließung des Schareck-Gletscherschigebietes vom benachbarten Bundesland aus: Nichts Neues. Ein in den siebziger Jahren erfolgter Versuch, dem Wurtenkees via Salzburger Aufstiegshilfe beizukommen, führte zur kapitalen Pleite; Liftruinen rosteten jahrzehntelang inmitten herrlicher Natur vor sich in. Inzwischen gibt es den Nationalpark Hohe Tauern, und die Salzburger Gelüste betreffen dessen Kernzone und damit auch Kärnten (das im Sommer des vergangenen Jahres das Kunststück geschafft hat, seinem Nationalparkanteil internationale Anerkennung zuzuführen).

Wurtenkees (Mölltaler Gletscher) und Schareck im Würgegriff mehrerer Faktoren: Veränderte Naturbedingungen und Erschließungswahn halten einander die Waage. Einerseits fällt der - chemisch geschundene -Gletscher Klimaerwärmung zum Opfer, andererseits ist er touristischer Salamitaktik ausgesetzt, die kälter scheint als jedes Eis.

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