"Kleine Zeitung" Kommentar: "Mitgiftjäger" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 12.1.2002

Graz (OTS) - Wie holt man Kastanien aus dem Feuer, ohne sich die Finger zu verbrennen? Die ungefährlichste Methode ist, die Aufgabe an Dritte zu delegieren.

Getreu dieser Lebensweisheit tauschen der Staatssekretär und der SP-Chef gerade innige Fernküsse aus. Zur Sanierung des Milliardenlochs der Krankenkassen sind weder Beitragserhöhungen noch Selbstbehalte nötig, meinen sie. Es genügt, wenn der Finanzminister und die Raucher mehr blechen.

Umwerfend orginell sind die Vorschläge nicht. Schon Bruno Kreisky hat uns "Raucher-Schillinge" beschert, die freilich im allgemeinen Budget versickerten. Und Hans Sallmutter hat vor seinem erzwungenen Abgang auch entdeckt, dass Umsatzsteuererträge auf Grund höherer Medikamentenpreise "unmoralisch" seien und rückersetzt werden müssten.

Dass Waneck da anknüpft, dass Gusenbauer auch "gute" Steuererhöhungen sehen will, zeigt, wie Politiker auf der Stelle treten, wenn sie den Pelz waschen und sich doch nicht nass machen wollen.

Doch ist's verlorene Liebermüh', die Kontinuität programmiert. Karl-Heinz Grasser wird die Mitgiftjäger wohl abschmettern. Womit für die maroden Kassen weiterhin alles beim Alten bleibt.****

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