Braucht die Wirtschaft ethisches Verhalten?

Rudas, Henckel-Donnersmarck, Prisching orten Notwendigkeit für Ethik / erste "Ethikbörse" der Welt vorgestellt

Innsbruck (OTS) - Auf Einladung des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV) fand an der Karl-Franzens-Universität Graz ein Vortrag zum Thema "Wirtschaft & Ethik - Wertlose Gewinne?" statt. Neben Andreas Rudas, Manfred Prisching, Abt Gregor Henckel-Donnersmarck erörterten Hans Weiss ("Schwarzbuch Markenfirmen") und Joachim Fetzer (Institut für Wirtschafts- u. Sozialethik - IWS, Frankfurt) den Bedarf ethischen Verhaltens in der globalisierten Wirtschaft.

In seinem Einleitungsreferat zeichnete der Grazer Soziologe Manfred Prisching die Entwicklung des Spannungsfeldes Wirtschaft und Ethik bis in die heutige Zeit nach. Dabei betonte er, Unternehmensethik sei am Verhalten der Konzerne und nicht nur an "Mission Statements" zu messen. Hans Weiss, Co-Autor des "Schwarzbuchs Markenfirmen", schilderte anhand seiner Erfahrung aus der Pharmaindustrie die Dominanz des Geschäfts über die Werte; letztlich zähle nur der Gewinn. Ein vereinigtes Europa könnte der Machtkonzentration großer Konzerne aber entgegenwirken. In dasselbe Horn stieß Abt Gregor Henckel-Donnersmarck (Stift Heiligenkreuz), der sich für die Globalisierung aussprach, "allerdings muss diese Hand in Hand mit Solidarität und Subsidiarität gehen".

Andreas Rudas, früherer SPÖ-Geschäftsführer und nunmehr bei Stronachs Magna Steyr für PR zuständig, betrachtet in der Verteilung des in der Marktwirtschaft erzielten Reichtums die zentrale Frage des 21. Jahrhunderts. Seiner Meinung nach finde ein "Übergang vom Shareholder bzw. Stakeholder hin zu einer Konsumgesellschaft" statt. Joachim Fetzer (IWS) forderte, das Ethische müsse neben das Ökonomische treten und präsentierte dem Auditorium "etonomix", die erste Ethikbörse der Welt, die im 2. Quartal 2002 online gehen wird.

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