Das Ungarische Welterbe der UNESCO: Teil 2 - Pannonhalma

Wien (OTS) - Wie eine Burgfestung ragt die mächtige Benediktinerabtei aus der pannonischen Ebene südlich von Györ, und als Wehrkirche war die auf einem Hügel gelegene Klosteranlage auch gedacht. Teile der imposanten Festungsmauer sind noch immer vorhanden. Gegründet wurde sie vom Arpádenfürst Géza, dem Vater König Stephans I., der dem Kloster in der Stiftungsurkunde von 1001 weitreichende Privilegien gewährte. Von den ursprünglichen romanischen Gebäuden, die selbst dem Tatarensturm von 1242 widerstanden, ist heute nichts mehr zu sehen. Die ältesten Teile der heute weitgehend klassizistischen geprägten Anlage sind die Krypta und der Kreuzgang aus der Gotik (14. Jh.). Bei der letzten Renovierung vor wenigen Jahren wurden wertvolle Fresken in der Abteikirche und im Kreuzgang freigelegt. Schutzheiliger der Abtei ist der Bischof von Tours, der Hl. Martin, der unweit des Klosters geboren worden sein soll und auch dem Hügel, auf dem sich die Abtei befindet den Namen gab.

Die drei Schiffe der mächtigen Kirche sind durch Arkadengänge verbunden, das Hauptschiff hat Gewölbe mit sechs Kuppeln, die Seitenschiffe sind mit gotischen Kreuzgewölben versehen, die sich auch im angrenzenden Kreuzgang wiederfinden, den man durch die Porta Speciosa, das Prunkportal aus rotem Marmor erreicht. Sehenswert sind die Säulen der gotischen Unterkirche mit ihren in Stein gehauenen lebensnahen Pflanzen-, Tier- und Menschendarstellung.

Zu den berühmtesten Teilen der großartigen Abtei zählt die Bibliothek, die in einem der schönsten klassizistischen Innenräume Ungarns untergebracht ist. Mit über 250.000 Bänden, darunter wertvolle Handschriften und alten Drucken, ist sie eine der größten Benediktinerbibliotheken der Welt. Die kunstvollen Regale stammen von einem Tischler aus Pannonhalma, die Figuren und Bilder der Galerie zeigen die Welt des Wissens und Schaffens. Sehenswert ist auch das Refektorium mit herrlichen Stuckarbeiten.

Die Abtei ist seit über 1000 Jahren ein lebendiges Zentrum des Glaubens und Strebens, in dem heute Vergangenheit und Gegenwart harmonisch aufeinander treffen. Sie beherbergt, gemäß dem Bildungsauftrag des Ordens, ein angesehenes Gymnasium, die Brüder leben ihrem Ordensmotto "ora et labora" und erzeugen unter anderem duftendes Lavendelöl und hervorragende Weine in den Kellern des Klosters. Im Arboretum und Garten werden Heilkräuter gezogen.

Die Abtei von Pannonhalma kann aufgrund des aufrechten Ordenslebens nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden, die ganzjährig täglich außer Montag in mehreren Sprachen stattfinden. Die Kirche ist zu Messfeiern frei zugänglich. Besonders beeindruckend sind das Orgelkonzert am Ostersonntag, die Fronleichnamsprozession sowie das Fest des Hl. Benedikt am 11. Juli und das Fest des Hl. Martin am 11. November.

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H-9090 Pannonhalma, Petöfi Sándor u. 25.
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