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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Ein Bruderzwist in Österreich

Utl.: Ausgabe vom 11. Jan. 2002=

Wird das Temelin-Volksbegehren ein Erfolg, "hat
der Schüssel ein Problem", konstatiert der Kärntner Landeshauptmann trocken. Ebenso trocken, wie Kanzler Schüssel seine Sprache wiederfindet und gegen den blauen Koalitionsbruder aufbegehrt. Unmissverständlich - und wie vom Kanzler nicht gewohnt - warnt er seine Parteifreunde vor der Teilnahme am FPÖ-Referendum. "Geradezu fahrlässig" wäre eine schwarze Unterschrift.
Was also, wenn sich der Alt-FPÖ-Chef verrechnet und Kanzler Schüssels Drohgebärde das freiheitliche Anti-Temelin-Flaggschiff versenkt? Dann, ja dann dürfte nicht nur der Schüssel ein Problem haben. Vielmehr krachts in der gesamten Koalition. Ein Bruderzwist in Österreich. Vorprogrammiert? Und anvisiert? Immerhin hätte die blaue Riege wieder einmal ein heißes Thema. Ein Thema, das vom Tatsächlichen ablenkt. Etwa von Arbeitslosigkeit, Abgabenrekord und einer Wirtschaftsentwicklung, die bei Gott nichts Gutes verheißt. Und die wohl auch die versprochene Steuerreform in der Leider-nein-Schublade verschrumpeln lässt.
Dass die Konjunktur ins Stottern geraten ist, hat letztlich auch der trotzig-optimistische Kanzler begriffen. "Ich will das Wort Krise vermeiden. Aber wir befinden uns dennoch in einer Krise auf hohem Niveau", bekannte Schüssel beim Jahresauftakt seiner Partei. Und das soll was heißen. Was es mit Sicherheit heißt: Österreich hat andere Sorgen als Temelin-Geschrei und Ortstafelkonflikt. Nur: Von den anderen Sorgen will die FPÖ nichts wissen. Weil sie zum Wählerfang nicht taugen...

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