"Kleine Zeitung" Kommentar: "Flämmchen" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 11.01.2002

Graz (OTS) - Den großen Entwurf für die andere Wende hat Alfred Gusenbauer nicht geliefert. Die Hymnen seiner Genossen, die die "tollen" Vorschläge "zwei- und dreimal unterstreichen" wollten, können darüber nicht hinwegtäuschen.

Die große Opposition schickt sich erst an, ein Kontrastprogramm zum Regierungskurs zu entwickeln. Über Sinn und Wert der SP-Ansagen ist im Einzelnen wohl noch lange zu streiten. Viel mehr als plakative Überschriften sind es vorerst nicht.

Aber es ist ein Lebenszeichen der Opposition, ein Flämmchen wenigstens und ein Ansatz zur dringend nötigen Versachlichung. Beides ist nach dem öden Hickhack der letzten Monate positiv zu sehen. Die Konturen der künftigen Auseinandersetzungen werden deutlicher.

Gusenbauer schwimmt gegen den radikalliberalen Hauptstrom, wirbt für eine der europäischen Tradition entsprechende soziale Marktwirtschaft und scheut sich nicht, sogar die deutsche CDU als Kronzeugin für eine Steuersenkung zu strapazieren.

Bis aus dem Flämmchen ein Zündfunke wird, braucht es noch viel strebendes Bemühen. Aber die Grundrichtung einer "anderen Politik" zeichnet sich ab.****

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