Grünewald: Grassers krause Uni-Reformvorstellungen

Vergleich österreichischer Unis wegen ungleicher Mittelausstattung mit internationalen Spitzenunis unfair

Wien (OTS) Eine deutliche Absage erteilt der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, der Idee von Finanzminister Grasser nach Einrichtung von Eliteuniversitäten. "Eliteuniversitäten würden der Mehrheit der Studierenden die Chance nehmen eine gute Ausbildung zu erhalten, da sie auf Kosten jener Universitäten errichtet werden würden, die schon jetzt am Limit ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sind", so Grünewald. Wenn Grasser 'hohe Drop-Out-Rate und überlange Studienzeiten' beklage und daraus den Schluß ziehe 'das System funktioniert nicht', dann habe er recht. Angesichts der Unterdotierung der Universitäten könne das System auch nicht funktionieren, denn überlange Studienzeiten und hohe Drop-out-Raten seien das Ergebnis der schlechten Betreuung der Studierenden, die die Regierung wissentlich und jahrelang in Kauf genommen hat.

Die von Grasser angestellten Vergleiche Österreichischer Universitäten mit internationalen Eliteinstutionen sind in höchstem Masse wirklichkeitsfremd und zeugen entweder von beträchtlichem Unwissen oder aber von einer bewußten Verbreitung von Halbwahrheiten. Denn die immer wieder zitierten Universitäten von Stanford, Basel und der ETH Zürich verfügen nicht nur über bis zu zehnfach höhere Budgets, sondern auch über wesentlich bessere Betreuungsverhältnisse der Studierenden. "Es ist daher in höchstem Masse unredlich niedrige Akademikerquoten zu beklagen und gleichzeitig keine Mittel für mehr Planposten im Lehr- und Forschungsbereich zur Verfügung zu stellen", so Grünewald.

Natürlich müssen Standortfragen und Schwerpunkte diskutiert werden. Voraussetzung dafür ist aber, sich mit den Fakten auseinanderzusetzen. Elite kostet Geld und wenn Grasser meint, daß Kürzungen auf breiter Ebene aller Universitäten die Mittel für diese Eliteeinrichtungen bringen sollen, so irrt er.
Nur eine breite und solide Basis erlaubt die Entwicklung von Spitzenleistungen, so Grünewald.

Wissen als Ware und simples Nützlichkeitsdenken im Sinne von einfachen Kosten-Nutzen-Rechnungen sind Denkmodelle, die nicht eins zu eins auf Universitäten übertragbar sind. "Wenn jemand Designer-Anzüge tragen will, müssen deswegen andere nicht nackt herumlaufen, muß man Grasser in Erinnerung rufen. Auch das ist 'Applied Life Science'", schließt Grünewald

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6707
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/FMB