ÖGJ: Traurige Jugendbilanz zum Thema "Österreich erfolgreich regieren"

Bartensteins Auffanggarantie bis jetzt nur leere Worte, wann kommen die Taten

Wien (ÖGJ). "Bisher dachte ich, dass Pressekonferenzen dazu da wären, sein Wissen an andere weiterzugeben. Doch weit gefehlt. Wie wäre sonst das Minister-Quartett auf das Thema 'Österreich erfolgreich regieren' gekommen", erklärt Albert Maringer, Bundesvorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Aber wahrscheinlich beginnt ein guter Tag eben mit einem schönen Pressekonferenztitel, hinter dem jedoch leider nichts weiter als leere Worte stecken."++++

Eines sei jedoch sicher, so Maringer: "Die Bilanz für die Jugend in unserem Land kann sich durchaus sehen lassen, aber keineswegs im positiven Sinn."

Die Jugendbilanz zum Thema "Österreich erfolgreich regieren":

Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit von 29 Prozent in nur einem Jahr und noch immer rührt die Regierung keinen Finger;
durch eine geniale Reform müssen Zivildiener nun vor Gericht gehen, um nicht zu verhungern;
11.000 Jugendliche bekommen keine Lehrstelle, was die Regierung nicht allzu sehr stören dürfte, sonst wären die nötigen Mittel von 500 Millionen Schilling (36.336.417,08 €) für ein Auffangnetz bereits zur Verfügung gestellt worden;
der freie Zugang zu Bildung wurde abgeschafft, dafür dürfen die StudentInnen nun 10.000 Schilling (726,73 €) im Jahr löhnen; Tausende junge Menschen werden von Fachhochschulen abgewiesen, da zu wenig Plätze vorhanden sind;
in punkto Lehre blieb kein Stein auf dem anderen: Probezeit verlängert, Weiterverwendungszeit gekürzt, Nachtarbeit im Gastgewerbe eingeführt, das Auffangnetz zerrissen, Stiftungen abgeschafft, Vorlehre ausgedehnt. Alle diese Maßnahmen gehen zu Gunsten der Betriebe, die jedoch trotzdem nicht mehr Lehrplätze zur Verfügung stellen.

"Diese Politik gegen die Jugend in unserem Land muss nun endlich ein Ende haben. Die Regierung ist aufgefordert, umzuschwenken und alles daran zu setzen, den jungen Menschen die Zukunftschancen zu ermöglichen, die sie verdient haben", so Maringer weiter. Dabei gilt es insbesondere ein Sofortprogramm zur Förderung der Jugendbeschäftigung zu entwickeln, das Auffangnetz wieder auszubauen und alle Bildungsbarrieren sofort zu beseitigen. Geschieht dies nicht, wird Österreich auch als Wirtschaftsstandort die negativen Auswirkungen massiv zu spüren bekommen."

Bartensteins Garantie, dass jeder junge Mensch, der keinen Lehrplatz bekommt, einen Platz im Auffangnetz erhält, ist Maringer jedenfalls zu wenig: "Tausende Jugendliche stehen seit Monaten auf der Straße und wissen nicht, wie ihre Zukunft aussieht. Dass sich Minister Bartenstein jetzt daran erinnert hat, dass er auch Arbeitsminister ist, ist zwar ein guter Anfang, an seine Garantie glaube ich jedoch erst, wenn ich endlich Taten sehe", so Maringer.

Und der Bundesvorsitzende abschließend: "Es stellt sich die Frage, für wen diese Regierung erfolgreich war. Klar ist, dass es sicher nicht die Jugend in unserem Land war." (aw)

ÖGB, 10. Jänner 2002
Nr. 015

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