Schenner: Folgen des 11. September für Tourismuswirtschaft überwunden

Arbeitsmarkt bleibt ein aktuelles Thema - Arbeitsschwerpunkte für 2002

Wien (PWK015) - Der Saisonverlauf ist bisher außergewöhnlich gut. "Wir erwarten nach den derzeitigen Prognosen einen Zuwachs von fünf Prozent bei den Umsätzen - und das zu den bereits ausgezeichneten Werten des vergangenen Jahres. Wichtig ist, dass an diesen guten Ergebnissen alle Regionen und Tourismusbetriebe beteiligt sind", erklärte der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, Mittwoch Abend vor Journalisten. Es sei gelungen, durch vermehrte Anstrengungen und auch dank der guten Zusammenarbeit mit der Österreich Werbung die Nachteile des 11. September für die Tourismuswirtschaft auszugleichen.

Bedingt durch die gute Nachfrage sind die Personalreserven im Tourismus voll ausgeschöpft. Die Arbeitslosenrate ist im Dezember im Vergleich zur Vorjahresperiode sogar um 20 Prozent gesunken. "Dies unterstreicht einmal mehr die Fehleinschätzung der Gewerkschaft, die trotz gegenteiliger Prognosen des Arbeitsmarktservices und der Wirtschaftskammerorganisation eine Zunahme der Arbeitslosenzahl verkündet hatte, nur um zusätzliche Saisonnierzahlen zu verhindern. Zum Glück ist ihnen dies nicht gelungen", betonte Schenner. Trotz der Rekordzahl an Saisonniers könnte die Branche durchaus noch weitere Mitarbeiter brauchen.

Der touristische Arbeitsmarkt bleibe natürlich ein aktuelles Thema. "Wir sind in Gesprächen mit dem Arbeitsmarktservice und wir werden auf mehreren Ebenen versuchen, die Situation zu verbessern", kündigte Schenner an. Etwa durch verbesserten Zugriff auf im Inland ohne Beschäftigungsbewilligung lebende Ausländer,
- durch bessere Vermittelbarkeit mit Hilfe klarer Jobprofile,
- durch verbesserte überregionale Vermittlung in Österreich und
- durch eine verbesserte Inanspruchnahme der europäischen Vermittlung (EURES-Schiene).

Die Euro-Umstellung sei überraschend gut und reibungslos verlaufen. Kleinere Wartezeiten seien da oder dort aufgetreten, wurden aber von den Gästen mit Humor und einer spürbaren "Europhorie" aufgenommen. "Unsere intensiven Vorbereitungen haben sich hier ganz klar bezahlt gemacht." Der Tourismus werde von der Transparenz der Preise profitieren: "Unsere Gäste werden erkennen, dass Österreichs Tourismus in Europa eines der besten Preis/Leistungsverhältnisse hat".

In Einzelfällen gebe es noch Schwierigkeiten im Automatenbereich, der natürlich auch für die Tourismusbranche von Bedeutung ist. Hier seien vor allem die unterschiedlichen Münzprofile und Münzgewichte ein Problem.

Als wichtige Arbeitsthemen für 2002 kündigte Schenner ein verstärktes EU-Lobbying und den Aufbau von Kooperationsnetzwerken mit europäischen Verbänden des Tourismus sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem europäischen Kammerverband "Eurochambres" an, wo WKÖ-Präsident Christoph Leitl kürzlich die Präsidentschaft übernommen hat. Syndikus Michael Raffling ist Vizepräsident des Tourismusausschusses in der "Eurochambres" und wird auch hier neue Akzente setzen.

Im internationalen Jahr der Berge 2002 wird die Tourismussektion der WKÖ den internationalen Architekturpreis ausrichten. Im Vordergrund des Wettbewerbes werden die Betriebe "jenseits der Baumgrenze" und ihre ökologischen Bemühungen stehen.

Das Tourismusforum 2002 vom 15.-17. April in Baden bei Wien wird sich vor allem der touristischen Standortqualität und touristischen Finanzierungsfragen widmen. Da über 90 Prozent der Mitgliedsbetriebe dem Sektor der Klein- und Mittelbetriebe zuzurechnen sind, wird vor allem auch "Basel II" ein Thema sein. Hier sind geeignete Konzepte notwendig, um Nachteile für die heimischen Tourismusbetriebe zu verhindern und die Auswirkungen von Basel II zu entschärfen. Am 17. Jänner findet eine Informationsveranstaltung zu Basel II im Hause der Wirtschaft statt. (hp)

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