LHStv. Onodi: Generelle Einführung von Selbstbehalten im Gesundheitswesen strikt abzulehnen

Belastungen würden vor allem Klein- und Mittelverdiener, Familien und Senioren treffen

St. Pölten, (SPI) - Mit scharfer Kritik wendet sich NÖ Gesundheitsreferentin LHStv. Heidemaria Onodi gegen die neuerliche Diskussion auf Bundesebene über das Vorhaben der Einführung genereller Selbstbehalte im Gesundheitswesen. Onodi: "Generelle Selbstbehalte würden vor allem Klein- und Mittelverdiener sowie kinderreiche Familien und Senioren treffen. Eine Rücksichtnahme auf die sozialen und finanziellen Gegebenheiten der Patienten erfolgt bei Selbstbehalten praktisch nicht. Generelle Selbstbehalte sind wohl die schlechteste Art, zusätzliche Mittel für das Gesundheitswesen aufzubringen."****

Die bisher von der blauschwarzen Bundesregierung beschlossenen zusätzlichen Erhöhungen im Gesundheitswesen sind ohnehin bereits zu viel. So steigt 2002 die Rezeptgebühr auf 4,14 Euro oder 56,97 S. Bisher musste man 56 S bezahlen, wobei in dieser Verteuerung die Verringerung der Abgabemenge bei vielen Medikamenten noch gar nicht eingerechnet ist. Der Selbstbehalt für Heilbehelfe, wie Brillen und orthopädische Einlagen, wurde von 21,37 Euro (294 S) auf 21,80 Euro (298 S) angehoben. Die Krankenscheingebühr beläuft sich 2002 auf 3,63 Euro (49,95 S). Die Selbstbehalte im Gesundheitswesen haben zuletzt österreichweit Einnahmen von insgesamt 13,5 Milliarden Schilling erbracht.

"Generelle Selbstbehalte für Arztbesuche, Behandlungen in Ambulanzen und Krankenhäusern bzw. für andere gesundheitsspezifische Leistungen würden also vor allem jene treffen, die es sich nicht leisten können, mehrstellige Eurobeträge für einen Arztbesuch, ein paar Hundert Euro für eine Ambulanzbehandlung, eine Operation oder einen Krankenhausaufenthalt zu bezahlen. Für wenige Besserverdienende mag dies nur eine marginale Belastung sein - für die Mehrzahl der Bevölkerung und der Familien könnte es jedoch einen gewaltigen Schritt zurück in ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit bedeuten", so Onodi abschließend.
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