Fabrik der Zukunft: Gesteigerte Energie-Effizienz für eine gesunde Umwelt

Wien (OTS) - Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) streben Wissenschafter von Joanneum Research nach einer höheren Energie-Effizienz im Betrieb eines steirischen Drahtherstellers. Die Joh. Pengg AG mit Sitz in Thörl, die bisher Erdgas als Haupt-Energiequelle nutzte, soll zur Gänze auf die Energieversorgung durch alternative Energieträger umgestellt werden.

Dafür plant das Expertenteam des Joanneum Research die Umrüstung der Feuerungsanlage der Pengg AG. Bisher war die Anlage auf die Verheizung von Rinde ausgelegt ("Rindenfeuerung"). Mit einer Multibrennsttoff-Feuerungsanlage, die verschiedene Brennstoffe verheizen kann, soll in Kombination mit Rauchgas-Kondensation und einer Resorptionswärmepumpe ein Maximum an Energie gewonnen werden. Als Brennstofflieferanten kämen diverse Sägewerke der Region in Frage. Der restliche Anteil benötigter Energie soll aus den von der Joh. Pengg Holding GmbH betriebenen Wasserkraftwerken gedeckt werden.

Weiters wird an der Verbesserung der Energieeffizienz um den Faktor 2 gearbeitet. Mit Hilfe von kaskadischer Energienutzung soll der Wärmebedarf durch Nutzung des Abwärmepotenzials genutzt werden. Dies kann zum Beispiel durch Abdeckung der Ölbäder geschehen, die zur Herstellung von ölschlussvergütetem Draht benötigt werden. Diese Abwärme könnte auch für Produktionsprozesse außerhalb des Ölbades genutzt werden.

Durch Präsentation der Forschungsergebnisse im Rahmen der "Fabrik der Zukunft" und bei einschlägigen Fachmessen und Tagungen soll eine Vorbildwirkung auf andere Unternehmen mit hohem Abwärmeanfall erzielt werden. Letztendlich leistet das Unternehmen auch einen Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis hat sich die Gemeinde Thörl verpflichtet, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2010 um 50 Prozent zu senken.

Das Forschungsförderungsprogramm "Fabrik der Zukunft" wird im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) durchgeführt. Für die erfolgreiche Abwicklung des Programms ist der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zuständig.

In der ersten Antragsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde startet im kommenden März, Ende des Jahres 2002 soll ein dritter Aufruf für Projekteinreichungen veröffentlicht werden. Heuer und nächstes Jahr stehen jeweils rund 35 Mio. S (2,54 Mio. Euro) für Forschungsprojekte zu den Themenbereichen "Technologien und Innovationen bei Produktionsprozessen", "Nutzung nachwachsender Rohstoffe" und "Produkte und Dienstleistungen" zur Verfügung.

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