"Kleine Zeitung" Kommentar: "Eiertanz" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 10.1.2002

Graz (OTS) - Wortgewaltig setzte sich Alfred Gusenbauer in Szene
und jede seiner Anklagen gegen Jörg Haider war ein Treffer. Der Kärntner Landeshauptmann habe mit seinen Drohungen gegen den Verfassungsgerichtshof bewiesen, dass er nicht in der Lage sei, "einen adäquaten Platz in einer zivilisierten, rechtsstaatlichen Gesellschaft zu finden".

Geschickt brachte Gusenbauer auch Thomas Klestil ins Spiel. Der Bundespräsident müsse für den Fall, dass Kärnten das Ortstafelurteil nicht umsetze, einer Verfassungskrise vorbeugen, indem er Haider daran erinnert, dass er auf die Verfassung angelobt worden sei.

Einsilbig wurde der SPÖ-Chef hingegen, als er auf den Schlingerkurs seiner Kärntner Parteifreunde angesprochen wurde, die vom Spruch der Verfassungsrichter ebenfalls nichts wissen wollen, wonach ab 10 Prozent slowenischer Bevölkerung zweisprachige Ortstafeln anzubringen sind. Gusenbauer murmelte bloß eine wohlfeile Phrase über das freidliche Zusammenleben von Minderheit und Mehrheit.

Mit diesem Eiertanz wird Gusenbauer nicht weit kommen. Es wird auch ihm nicht erspart bleiben, in der Sache selbst Stellung zu beziehen, ob das Urteil 1:1 umgesetzt werden soll.****

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