Bartenstein: Mit Wachstum gibt es Jobs, ohne Wachstum Probleme

Richtige Wachstumsimpulse gesetzt - Neue Herausforderungen für Arbeitswelt von heute

Unterpremstätten, 8.Jänner 2001 (ÖVP-PD) "Wenn man davon spicht, dass es Wachstum nicht um jeden Preis geben kann, dann muss man auch sagen, dass es mit Wachstum Jobs und ohne Wachstum Probleme gibt", sagte heute, Mittwoch, Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein im Rahmen der ÖVP-Veranstaltung "Land der Chancen". Wer sich um eine wirtschaftspolitische Perspektive für 2010 bemühe, könne auch nicht an den Arbeitsmarktdaten vorbei. Die Regierung habe mit dem Konjunkturpaket, dessen Umsetzung kommende Woche präsentiert wird, die richtigen Wachstumsimpulse gesetzt. Aber auch im AMS habe man dafür vorgesorgt und die entsprechenden Programme mit 807 Mill. € datiert.****

Die Herausforderungen der Arbeitswelt von heute würden, so Bartenstein, darin liegen, dass sich die Nationalstaaten von Hoheits-zu Dienstleistungsstaaten wandeln würden. Leistung ersetze Seniorität, die Digitalisierung habe die Arbeitswelt gründlich verändert und das Bedürfnis der Menschen nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie steige. Schulen und Universitäten würden mit Unternehmen kooperieren, von den Mitarbeitern werde ein hohes Maß an Eigenverantwortung für die eigene "employability" erwartet. Wissen werde insgesamt zum Produktionsfaktor der Zukunft und nach Vorhersagen 50 % der Wertschöpfung ausmachen. "Das bedeutet, dass es in Zukunft neben der Vermittlung von Wissen vor allem um die Schaffung von Wissen gehen muss", sagte Bartenstein.

Gleichzeitig steige das Durchschnittsalter der Beschäftigten. 2030 werde die Bevölkerung über 65 nahezu von 20 auf 50 Prozent steigen. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren werde sich bis 2015 nur unwesentlich verändern und ab diesem Zeitpunkt nur geringfügig abnehmen. Die positive Einstellung der Älteren zum lebenslangen Lernen und zur Flexibilität werde aber steigen. "Das ist ein wichtiger Baustein für die Erhaltung des Wohlstands und der sozialen Netze", so der Wirtschafts- und Arbeitsminister. Die Antworten darauf könnten in der Familienpolitik, einer verstärkten Bewusstseinsbildung und langfristig einer Zuwanderung ab 2010 liegen. Die demographische Entwicklung sei aber nur schwer vorhersagbar, wie das Beispiel Amerikas zeige, das zweimal überraschend einen Baby-Boom erlebt habe.

Zudem steige die Zahl der neuen Arbeitsformen, der sogenannten "Atypischen", die inzwischen bereits 10 % der Beschäftigten ausmachen würden. "Pflänzchen", die in diesem Bereich gedeihen würden, sollten daher nicht vorzeitig abgebrochen werden. Das bedeute, dass dem Arbeitsmarkt mehr Markt gegeben werden müsse, also auch dass das Arbeitsmarktservice dem Wettbewerb ausgesetzt werden müsse. Es müsse aber auch die Arbeitszeit flexibler gestaltet und der Wiedereinstieg von Frauen in den Arbeitsmarkt forciert werden, so Bartenstein. Er sei jedenfalls optimistisch, dass es nach den Erfolgen beim Nulldefizit, dem Kinderbetreuungsgeld und der Sozialpartnereinigung bei der Abfertigung neu, so weitergehen werde.

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