Sperk: Die Regierung versagt in der Arbeitsmarktpolitik

Die Anleitung der Regierung zur "Erhöhung" der Arbeitslosenrate

Bad Hofgastein (Gewerkschaft Metall - Textil/ÖGB). Die Landesleitung der Gewerkschaft Metall - Textil Niederösterreich übte im Rahmen einer Arbeitstagung in Bad Hofgastein heftige Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung.++++

Roland Sperk, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Metall - Textil in Niederösterreich, warf der Regierung "Nichtstun" vor. Sperk: "Die Arbeitslosenzahlen in Niederösterreich sind so hoch wie seit mehr als 50 Jahren nicht, und den Regierungskollegen von Landeshauptmann Pröll - der ja in seiner Partei kein unwichtiger Mann ist - fällt nichts besseres ein, als AMS-Mittel zu kürzen und Stiftungen nicht zu verlängern. Gleichzeitig fällt ihm aber absolut nicht ein etwas für Lehrlinge zu tun."

In Niederösterreich ist die Arbeitslosenrate auf enorme 8,7 Prozent angestiegen und zeigt gerade im Bereich der Jugendlichen dramatische Auswirkungen: Im Vergleich zum Dezember 2000 ist die Zahl der 15- bis 25jährigen ohne Arbeit um 40,8 Prozent gestiegen. "Da reicht es nicht, dass der Herr Landeshauptmann nur einmal zwischendurch den Kopf aus dem Sand zieht und die Schaffung neuer Arbeitsplätze als ‚wichtigste politische Herausforderung der kommenden Monate’ betitelt" sagt Sperk. "Jenen Menschen, die sich täglich die Füße wundlaufen, und dann abends noch immer dasitzen und nicht wissen wie sie sich ohne Job ein Leben aufbauen sollen, ist es egal, ob das eine politische Herausforderung ist. Da ist Initiative gefragt und kein Philosophieren."

Die Landesleitung Niederösterreich fordert umgehend aktive Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit, die nicht nur Zahlen verändert, sondern den arbeitssuchenden Menschen hilft. Dass Lehrlingsstiftungen von der Regierung nicht verlängert werden, wird das Steigen der Arbeitslosenrate noch kräftig ankurbeln. Die Schaffung von dubiosen neuen Lehrberufen wie "Event-Manager" ist keine aktive Maßnahme um den Negativtrend zu unterbrechen, sondern ein absolutes Vorbeilaufen an der Realität. "Da werden junge Menschen in Beschäftigungen untergebracht, die keine Zukunftsperspektiven haben", sagt Sperk. "Es handelt sich dabei um die perfekte Vorgehensweise, um die Arbeitslosenzahlen noch mehr in die Höhe zu treiben. Herzlichen Dank an die Regierung für die Anleitung zur Erhöhung der Arbeitslosenrate!"

ÖGB, 9. Jänner 2002
Nr. 010

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