FP-Ilgenfritz: Villacher Gemeinderatssitzung für atomfreies Europa

Atomstrom keinesfalls billiger als andere Stromerzeugung

Villach, 2002-01-08, -(fpd)- "Die FPÖ beweist wieder einmal ihren Ruf als "atomkritischste" Partei Österreichs seit der Abstimmung von Zwentendorf. Dieses Mal wollen die Freiheitlichen bei der Villacher Gemeinderatssitzung mit dem Märchen vom billigen und umweltschonenden Atomstrom aufräumen. Ein automfreies Europa ist machbar - die FPÖ wird dafür kämpfen", so der freiheitliche EU-Abgeordnete Ilgenfritz. Er unterstützt daher die von Stadtparteiobmann Vizebürgermeister Walter Lang und Klubobmann Walter Ladstätter einberufene öffentliche Sondersitzung der Villacher Gemeinderäte zum Thema atomfreies Europa am 09.01. um 17.30 Uhr im Rathaus.****

Der seit langem als billig gepriesene Atomstrom enthalte zahlreiche nicht einberechnete Kosten und sei deshalb in Wirklichkeit gar nicht so wirtschaftlich. "Die Atomwirtschaft profitiert bis heute von zahlreichen Vergünstigungen und Subventionen", kritisiert Ilgenfritz. Hinzu kommen steuerfreier Uraneinkauf, steuerfreie Entsorgungsrücklagen und staatliche Abnahme eines Großteils der Haftpflicht. "Müßten beispielsweise die deutschen Atomkraftwerke gegen Unfälle und Folgekosten versichert werden, würde der Atomstrom mit ca. 2,03 €/kWh (28 S/kWh) viel zu teuer um wirtschaftlich interessant zu sein", verdeutlicht Ilgenfritz das Ausmaß der staatlichen Unterstützung.

Als Ungeheuerlichkeit bezeichnet Ilgenfritz die neuesten Versuche von Atomstrom-Befürwortern der Bevölkerung diese Art der Stromerzeugung schmackhaft zu machen: "Neuerdings wird Atomstrom sogar als umweltschonend beworben, da angeblich kein CO2 entstehen würde. Nicht nur dass auch Atomkraftwerke einen Beitrag zum Kohlendioxydausstoß liefern, beträgt die Verseuchung bei einem Unfall tausende Jahre. Selbst nach einer Stilllegung kann der Standort erst nach 15-20 Jahren für kontaminationsfrei erklärt werden", widerlegt Ilgenfritz.

Auch das Hauptargument der Atomstrombefürworter, der steigende Energiebedarf, basiere auf unrealistisch hohen Schätzungen. "Schon damals bei Zwentendorf wurde argumentiert, der Energiebedarf steige trotz ständiger Sparappelle und könne durch herkömmliche Kraftwerke allein nicht mehr gedeckt werden. Schätzungen zufolge könnten 60% des deutschen Strombedarfes durch Windenergie gedeckt werden", erklärt der freiheitliche Europaabgeordnete. Beispiele wie Norwegen und Brasilien, die fast nur Wasserkraft verwenden (zu 99,4% bzw. 90,6%) führen diese Behauptungen ad absurdum. "Ein atomfreies Europa ist machbar - wir müssen andere Länder ohne Atomkraftwerke wie Irland, Dänemark, Luxemburg, Griechenland, Portugal und Italien nur dafür begeistern", ist Ilgenfritz überzeugt. "Eine Katastrophe wie Tschernobyl darf sich keinesfalls wiederholen - die Atomkraftwerke in unserer Umgebung sind eine Gefahr für ganz Europa. Für eine gesunde Umwelt und das Leben unserer Kinder ist es ein Gebot der Stunde eine einstimmige Resolution für ein automfreies Europa zu fassen", schließt Ilgenfritz.

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