Fabrik der Zukunft: Katastrophenschutz mit Maiskolben

Wien (OTS) - Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) untersuchen Wissenschafter der "Steirischen Vulkanland Regionalentwicklung GmbH" in Feldbach die Ölbindeeigenschaften von Maiskolben. Das Nebenprodukt der Maisernte soll im Katastrophen- und Umweltschutz eingesetzt werden.

Leere Maisspindeln fallen in Österreich beispielsweise bei der Futtermittelherstellung in großen Mengen an. Die Maiskörner werden zwar verfüttert, aber die übrig bleibenden Kolben werden zur Zeit meist gehäckselt und dann eingeackert. Nun sollen die Forschungsarbeiten eine nachhaltige Verwertung von landwirtschaftlichen Reststoffen ermöglichen. Dies kann den österreichischen Bauern neue wirtschaftliche Chancen eröffnen.

In einer ersten Entwicklungsphase werden die vorliegenden Erfahrungen auf dem Gebiet der Herstellung von Maiskolbengranulat ausgewertet und etwaige Patentansprüche durchleuchtet. Weiters sollen die Planungen für eine Maiskolben-Aufbereitungsanlage in den Aufbau einer Pilotanlage münden, die Aufbereitung, Mahlung und mechanische Trennung des Granulates ermöglicht. Beim Mahlen der Spindeln können verschiedenste Korngrößen eingestellt werden. Je nach Einsatzgebiet wird eine andere Körnung gefragt sein.

Besondere Verwendung soll das Produkt etwa im Katastrophen- und Umweltschutz finden. Dort können die Ölbindeeigenschaften genutzt werden, um beispielsweise verschmutzte Gewässer zu reinigen. In Zusammenarbeit mit Experten der Feuerwehr soll hier geklärt werden, wie das Pflanzenmaterial für den jeweiligen Einsatz optimal verarbeitet werden muss. Ölbindemittel werden in großen Mengen bei Katastropheneinsätzen, aber auch bei der Sanierung nach Unfällen und Betriebsstörungen verwendet. So wurde im Rahmen des Projektes eine enge Kooperation mit der Zivilschutzschule des Landes Steiermark in Lebring vereinbart.

Auch ein Einsatz des Maisrestemehls als Tierhygiene-Material (z. B. Katzenstreu) wird geprüft. Hier geht es um die Adsorptionsfähigkeit für Geruchsstoffe. Nicht zuletzt können die bindenden Eigenschaften der Maisreststoffe auch zur Reinigung von verschmutzten Böden, etwa in Werkstätten, verwendet werden.

Die Hauptvorteile der Maisreststoffe sind, dass sie in Österreich in großen Mengen anfallen und für die Umwelt unbedenklich sind. Zudem wird das Risiko möglicher Reaktionen mit den zu bindenden Flüssigkeiten von den Experten als gering eingestuft. Damit das Ziel des direkten Schutzes der Umwelt bei Unfällen erreicht wird, muss die Adsorptionskapazität und -geschwindigkeit noch entsprechend angepasst werden.

Das Forschungsförderungsprogramm "Fabrik der Zukunft" wird im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) durchgeführt. Für die erfolgreiche Abwicklung des Programms ist der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zuständig.

In der ersten Antragsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde startet im kommenden März, Ende des Jahres 2002 soll ein dritter Aufruf für Projekteinreichungen veröffentlicht werden. 2001 und 2002 stehen jeweils rund 35 Mill. S (2,54 Mill. Euro) für Forschungsprojekte zu den Themenbereichen "Technologien und Innovationen bei Produktionsprozessen", "Nutzung nachwachsender Rohstoffe" und "Produkte und Dienstleistungen" zur Verfügung.

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Dipl.-Ing. Dr. Christian Krotscheck
Kornberg Institut der Steirischen
Vulkanland Regionalentwicklung GmbH
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