Davaj! Aus dem Laboratorium der freien Künste in Russland

Wien (OTS) - Die Berliner Festspiele und das MAK präsentieren in Berlin und Wien ein gemeinsames Kunstprojekt.

Am Beginn des 21. Jahrhunderts entwickelt sich in Russland eine neue, radikale Kunstszene. Sie blickt nicht mehr nach Westen.

Sie wehrt sich gegen die vom westlichen Kunstmarkt in den letzten Jahren vorgenommene Vereinnahmung russischer Künstler, gegen die Interpretation russischer Befindlichkeiten durch westliche Kuratoren und Kritiker, gegen die Stigmatisierung als "Künstler der Dritten Welt."

Trotz aller Schreckensmeldungen, der kleinen und großen Katastrophen, der nicht abreißenden politischen und sozialen Krise und trotz des "apokalyptischen Jammertons" unter Teilen der russischen Intelligenz haben sich in Moskau und andern Städten, zwischen Plattenbauten und Slums, zwischen festungsartigen Türmchenhäusern der neuen Russen "Laboratorien freier Künste" gebildet, Clubs, Internetcafés, Galerien. Unbelastet von der alten Ideologie und metaphysischen Obsessionen entwickeln Künstler in ehemaligen Kulturhäusern der Sowjetunion neue radikale Strategien, mit ausgeprägtem Hang zu Selbstinszenierung, Performance, Neuen Medien.

"Davaj!" stellt die junge radikale Kunstszene Russlands in Berlin und Wien vor.

Zum ersten Mal wird der Blickpunkt nicht nur auf die Metropolen Moskau und St. Petersburg gerichtet, sondern schließt auch Künstler aus anderen Teilen der Russischen Föderation ein - von Kaliningrad bis Wladiwostok.

Um diese schöpferischen Energien in Berlin und Wien und weiteren europäischen Städten unverfälscht zu präsentieren, hat das MAK ein russisches Kuratorenteam zusammengestellt. Dieses hat damit begonnen, in einer "Momentaufnahme" die neuen Tendenzen der russischen Kunst einzufangen.

Kuratoren aus Ishewsk, Jekaterinburg, Kaliningrad, Moskau, Nishny Novgorod, Novosibirsk, Samara, St. Petersburg und Wladiwostok werden Arbeiten junger Künstler (Malerei, Objekte, Installationen, Photos und Medien) auswählen.

Mögliche Ergebnisprognose:

Ein Oszillieren zwischen den Extremen - der Anarchie - einem hemmungslosen Individualismus und einem vielleicht gar nicht so neuen Chauvinismus?

Fragmentarische Einblicke in die Generation "P wie Pepsi" - so Kultautor Pelewin - die zum ersten Mal ohne Zensur und staatliche Gängelung aufgewachsen ist.

Die Berliner Festwochen und das MAK / Wien werden den Künstlern dieser Generation das Postfuhramt in Berlin (10. Jänner 2002 - 27. Februar) und das MAK in Wien (19. Juni - 22. September) zur Verfügung stellen. Im Rahmen der Ausstellung findet am 18. Jänner 2002 eine lange Russische Nacht - TUSSOWKA - statt. Im Haus der Berliner Festspiele stellen sich junge Autoren, Musiker, Filmemacher und Performancekünstler dem Berliner Publikum vor.

Pressedaten

Davaj!
Aus dem Laboratorium der freien Künste in Russland

Pressepreview Mittwoch, 9. Jänner 2002, 12.00 Uhr

Eröffnung Mittwoch, 9. Jänner 2002, 20.00 Uhr Eröffnung: Julian Nida-Rümelin, Staatsminister für Kultur und Medien

Ausstellungsort Berlin Postfuhramt,
Oranienburger Straße 35-36,
D-10117 Berlin

Ausstellungsdauer 10. Jänner - 27. Februar 2002

Öffnungszeiten Di - So 10.00 - 19.00 Uhr, Mo geschlossen

Ausstellungsort Wien MAK Wien, Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer 19. Juni - 22. September 2002

Öffnungszeiten Di (MAK NITE) 10.00 - 24.00 Uhr,
Mi - So 10.00 -1 8.00 Uhr, Mo geschlossen

Ausstellung Peter Noever (MAK-Direktor Wien)
Joachim Sartorius (Berliner Festspiele)

Künstlerische Leitung Peter Noever (MAK-Direktor Wien)

Konzept/Projekt-
leitung Christiane Bauermeister

Kuratorin Berlin/Wien Bettina M. Busse

Kuratoren aus der
Russischen Föderation Nailja Allachwerdiewa, Jekaterinburg / Ischewsk
Konstantin Bochorow, Moskau
Anna Gor, Nischni Nowgorod
Ludmila Iwaschina, Nowosibirsk
Wjatscheslaw Kurizin, Nowosibirsk,
Anna Matveeva, St. Petersburg
Elena Zwetaewa, Kaliningrad

Katalogredaktion Bettina M. Busse

Rahmenprogramm Christiane Bauermeister

Presse Berliner
Festspiele Jagoda Engelbrecht
Tel.: +49 (0) 30 254 89 262 davaj@berlinerfestspiele.de http://www.berlinerfestspiele.de

Presse MAK Gloria Sultano, Martina Wachter
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