Volksbegehren gegen Temelin: Volksanwalt Mag. Ewald Stadler kritisiert Präsidenten der Katholischen Aktion

Katholische Aktion lässt sich von Industriellenvereinigung instrumentalisieren und missbrauchen

Wien (OTS) - Mit scharfen Worten hat Volksanwalt Mag. Ewald
Stadler in seiner Eigenschaft als Präsident des Clubs Österreichischer Katholiken die Pläne der so genannten "Katholischen Aktion Österreichs" kritisiert, die mit einer kostenaufwändigen Flugzettelaktion gegen das Temelin-Volksbegehren Stimmung machen möchte. Die Argumentation des Präsidenten der Katholischen Aktion, Christian Friesl, decke sich haargenau mit der Polemik der Industriellenvereinigung, wo Friesl als Bereichsleiter für Gesellschaftspolitik tätig sei. Friesl agiere daher nach der Devise:
"Wes Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing!"****

Damit werde nicht nur die Katholische Aktion für politische Propaganda im Dienste der Industriellenvereinigung missbraucht , sondern es würde auch eine schäbiges Spiel mit den religiösen Gefühlen von Katholiken durch die Katholische Aktion getrieben. Friesl müsste als rücktrittsreif gelten, wenn es sich bei der so genannten Katholischen Aktion um eine ernst zu nehmende Einrichtung handelte und nicht um einen Papiertiger.

Die Vorgangsweise der Katholischen Aktion sei aber auch in anderer Hinsicht entlarvend: anstatt die Schöpfung vor den Gefahren der Kernenergie mit Tschernobyl-Technik zu schützen, plappere Friesl nach dem Mund seiner Brötchengeber die altbekannten Zauberformeln der Lobby der Atomindustrie nach, meinte Volksanwalt Mag. Ewald Stadler weiter. Er habe daher folgende Erklärung österreichischer Katholiken mitunterfertigt:

"Die unterzeichneten katholischen Christen weisen für sich und die von ihnen vertretenen Organisationen mit Empörung den Missbrauch des Katholischen Glaubens zurück, den die "Katholische Aktion in ihrem Kernkraft-Verharmlosungsaufruf gegen das Volksbegehren "Ja zum Leben - Nein zu Temelin" betreibt.

Aus katholischer Sicht ist jede schwer wiegende Gefährdung der Schöpfung unchristlich, weshalb die Verharmlosung der Gefahren aus einem Kernkraftwerk mit Tschernobyl-Technik mit Abscheu abgelehnt werden muss.

Es ist darüber hinaus eine Anmaßung der so genannten Katholischen Aktion, den Eindruck zu erwecken, dass sie für die Katholische Kirche Österreichs spräche.

Der entlarvende Vereinnahmungsversuch des Katholischen Glaubensschatzes für ein Atomkraftwerk und die Interessen seiner Betreiber deckt sich keinesfalls mit der Katholischen Lehre, sondern vielmehr mit den politischen Positionen mächtiger Interessensvertretungen, etwa der Industriellenvereinigung, deren Bereichsleiter für Gesellschaftspolitik der Präsident der Katholischen Aktion, Christian Friesl, ist.

Der katholische Glauben gebietet die Verteidigung der Schöpfung und des Lebens, nicht jedoch das Eintreten für deren Bedrohung durch atomare Zerstörung. Die unterzeichneten Katholiken bekräftigen diese moralische Pflicht und diesen Auftrag."

Die Propagandamühen der Katholischen Aktion und Ihres Präsidenten Friesl werde aber keinen Katholiken daran hindern, das Volksbegehren zu unterfertigen, welches "Ja zum Leben und daher nein zu Temelin" sage. Dies zeige sich auch in Internetfrageaktionen, wie etwa jener in der Diözese Linz, wo sich bei einer anonymen Befragung 80 % für eine kirchliche Unterstützung (!) des Volksbegehrens ausgesprochen hätten. Friesl, der ansonsten immer für Demokratie und Basismitbestimmung in der katholischen Kirche plädiert habe, ignoriere nun plötzlich die Meinung der Kirchenbasis, nur weil sie sich nicht mit der Meinung des Arbeitgebers decke.

Die österreichischen Katholiken wissen aber auch ohne Friesl und sein scheinheiliges Umfeld wie wichtig das Volksbegehren für Österreichs Zukunft und den mitteleuropäischen Teil der Schöpfung ist, meinte Volksanwalt Mag. Ewald Stadler abschließend. (Schluss)

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