Pruckner relativiert Forderung des Hauptverbandes (2)

Warnung vor Leistungseinbußen bei Fortsetzung des Sparkurses

Wien (OTS) - Angesichts der prekären finanziellen Situation
einiger Sozialversicherungen halten die niedergelassenen Ärzte Leistungskürzungen für die Versicherten in diesem Jahr nicht mehr für ausgeschlossen. Bei den derzeit laufenden Vertragsverhandlungen mehrten sich die Anzeichen, dass die schwierige Situation einiger Kassen zu deutlichen Leistungseinbußen führen könnte, warnt Pruckner. Als "äußerst gespannt" bezeichnete der Kurienobmann in diesem Zusammenhang die Lage in den Ländern Wien, Kärnten und Tirol. "Wenn alles so bleibt, wie es ist, werden wir den hohen Standard der Gesundheitsversorgung dort nicht mehr halten können", so die nachdrückliche Kritik des Standesvertreters an die Adresse der Gesundheitspolitik. "Die Verantwortlichen müssen mehr Geld in das Gesundheitssystem fließen lassen, sonst werden sie den Versicherten die aus dem Sparkurs resultierenden Leistungseinbußen erklären müssen."

Konkret werde für Erhalt und Ausbau der extramuralen Versorgung für die kommenden fünf Jahre ein Betrag von 18 Milliarden Schilling benötigt. "Allein für den Aufbau der Gruppenpraxen wird davon ein Betrag von rund zwei Milliarden Schilling benötigt. Wir brauchen aber auch noch neue Leistungen im Bereich der Zuwendungsmedizin und der Gesundheitsvorsorge, um unseren Patienten Medizin nach dem Stand der Wissenschaft anbieten zu können. Außerdem mangelt es in vielen Regionen nach wie vor an Fachärzten, etwa im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie", zählt Pruckner einige Beispiele für angestrebte Verbesserungen auf.

Die österreichischen Kassenärztinnen und -ärzte hätten in der Vergangenheit einen wesentlichen Solidarbeitrag zur Dämpfung der Ausgabenentwicklung der Kassen geleistet, betont Pruckner abschließend. So sei der Anteil der Ausgaben der Krankenkassen für die Vertragsärzte von 1991 bis 2000 von 18, 5 Prozent auf 16,7 Prozent zurück gegangen. Während die Gesamteinnahmen der Krankenversicherungen stiegen, wuchsen die Honorare der Vertragsärzte nur unter der Inflationsrate. Der definitive Einspareffekt dieser Honorarentwicklung betrug für den genannten Zeitraum rund acht Milliarden Schilling. "Weitere Einsparungen können nur zu einer Verschlechterung des Angebots im niedergelassenen Bereich führen", so Pruckner. "Was wir daher brauchen ist ein Licht am Ende des Spartunnels. Wir benötigen eine qualitätsorientierte, moderne Gesundheitspolitik, die die Finanzierung des derzeitigen Niveaus langfristig sichert und zukünftige Erfordernisse als Ziele berücksichtigt." (Schluss)

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