200. Geburtstag von Karl Ritter von Ghega

Wien, (OTS) Karl Ritter von (seit 1851) Ghega wurde am 10.1.1802 als Sohn eines Marineoffiziers in Venedig geboren. Von 1814-1817 studierte er am Militärkollegium St. Anna in Venedig, wo er seine Studien mit dem Dipl. Ing..-Licentiat abschloss, sowie an der Universität Padua, wo er zum Dr. math. et phil. promoviert wurde. Er begann seine praktische Bestätigung bei der Landesbaudirektion Venedig und führte Straßen-, Wasser- und Brückenbauten in den damals österreichischen Provinzen Italiens, später auch in Tirol aus. 1836 trat Ghega mit Bewilligung der Staatsverwaltung als bevollmächtigter Oberingenieur für die Leitung von Streckenbauten in den Dienst der Kaiser Ferdinand-Nordbahn und reiste 1836/37 zum Studium des Eisenbahnwesens nach Belgien und England. 1840-42 war er als "Baudirektionsadjunkt für Tyrol" wieder mit Straßen- und Brückenbauten beschäftigt, u.a. im Suganatal und über den Finstermünzpaß sowie mit dem Projekt der Kettenbrücke über die Etsch bei Mori. Von Februar bis August 1842 unternahm er über "kaiserlichen Befehl" eine Reise nach Nordamerika, um die neuesten Fortschritte des Eisenbahnwesens kennen zu lernen und trat nach seiner Rückkehr als "provisorischer kaiserlicher Staatseisenbahn-Inspektor" in den Dienst der neu geschaffenen Staats-Eisenbahnen-Generaldirektion, wo er mit dem Ausbau der südlichen und südöstlichen Staatseisenbahnlinien betraut wurde, womit ihm auch die Aufgabe der Bezwingung des Semmerings zufiel. Seine in Amerika gewonnenen Erfahrungen und die feste Überzeugung einer entsprechenden Weiterentwicklung des Lokomotivbaues veranlassten ihn, gegen die Ansicht der überwiegenden Zahl einschlägiger Fachleute für die Überschienung des Semmerings unter Anwendung reinen Adhäsionsbetriebes einzutreten. Unterstützt von Regierungsstellen setzte sich Ghega, der inzwischen Generalsinspektor der Staatseisenbahnen geworden war, durch. 1848 begann der Bau, 1854 wurde die Semmeringbahn eröffnet. 1855-1857 leitete Ghega den Bau des restlichen Teilstückes der südlichen Eisenbahnlinie von Laibach bis Triest. Karl von Ghega verfasste einen allgemeinen Entwurf eines Eisenbahnnetzes der österreichischen Monarchie, der auch die Erfordernisse des Welthandels berücksichtigte, außerdem legte er Projekte für den Ausbau der Bahnlinien in Ungarn vor. 1854 erschien Ghegas "Malerischer Atlas der Eisenbahn über den Semmering". Karl von Ghega starb am 14. März 1860 in Wien. (Schluss) red/rr

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