Hepatitis C: Versteckte Ansteckungsfallen im medizinischen Bereich?

Wien (OTS) - Die Patientenorganisation Hepatitis Hilfe Österreich
- Plattform Gesunde Leber (HHÖ) und ihre Initiative: "Leber OK -Leben OK" wiederholt ihre Forderungen anlässlich der aktuellen Infektionsfälle im Wiener Sozialmedizinischen Zentrum Ost (SMZ-Ost):
Bewusste, verantwortungsvolle Aufklärung der gesamten Bevölkerung zum Thema Hepatitis C, vor allem aber Kontrolluntersuchungen zum eigenen Schutz des gefährdeten Krankenhauspersonals unter besonderer Berücksichtigung exponierter Gruppen wie dem medizinischen und labortechnischen Angestellten. Nur das Wissen über die Erkrankung, ihre Übertragungswege und das bewusstes Umgehen mit Blut- und Blutderivaten im medizinischen Bereich kann in Zukunft die Ansteckungsrate bei Hepatitis C auch senken.

Die aktuell gemeldeten Hepatitis C Ansteckungen im SMZ - Ost haben gezeigt, dass die "Stille Seuche" auch in den bisher als unbedenklich vermuteten Krankenhäusern ihre Opfer findet. Gänzliche Aufklärung wird von den Fachleuten in diesem Fall aber geradezu als unmöglich erachtet. Schuld daran sei im allgemeinen, so die Vorsitzende der HHÖ und selbst an Hepatitis C erkrankte Angelika Widhalm, das oft sehr mangelhafte Bewusstsein über das Risiko der Ansteckungsgefahr und die fehlende Information des medizinischen sowie des gesamten Krankenhauspersonals. Die von der HHÖ schon früher aufgezeigten oft unzureichenden Sterilisationsmethoden und mangelnde Untersuchungen (Screening) zum eigenen Schutz des Krankenhauspersonals als auch in allen anderen medizinischen Bereichen wie z.B. bei Zahnärzten, führen immer wieder zu neuen und heute noch immer meist unheilbaren Erkrankungsfällen. Dass man den Forderungen der HHÖ aber sehr wohl entsprechen kann, zeigen viele positive Beispiele.

Die Zahlen sprechen für sich. Täglich sterben weltweit 10.000-mal mehr Patienten an Hepatitis C als in einem ganzen Jahr an HIV (Aids).

Laut aktuellen Angaben der WHO leiden zur Zeit weltweit 300 Mio. Menschen an Hepatitis C. In Österreich gibt es bereits ca. 100.000 betroffene Patienten, wobei die Dunkelziffern auf Grund der noch nicht gestellten Diagnose weitaus höher sein dürften.

Fazit: Die von der HHÖ und der Wiener Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker in Zusammenarbeit mit Patientenvertretern der Initiative "Leber OK - Leber OK" seit mehreren Jahren geforderten Maßnahmen zu Schutz gegen die Hepatitis C Infektion werden immer akuter. Aus diesem Grund wird bereits Ende Februar eine eigens von der Stadträtin und der HHÖ organisierte Spezialisten - Enquete zum Thema "HCV im medizinischen Bereich" das medizinische Fachpersonal auf den aktuellsten Wissenstand bringen.

Rückfragen & Kontakt:

Angelika Widhalm
Vorsitzende der Hepatitis Hilfe Österreich
- Plattform Gesunde Leber (HHÖ)
1010 Wien, Fischerstiege 1-7/5/5,
Tel.: 01/533 40 19 oder 0676/520 41 24
Fax: 02234/72283-24
mailto: leberok.lebenok@telering.at
http://www.gesundeleber.at

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