FORMAT: Aufregung um umstrittene Pläne des Saab-Konzerns in Zeltweg

Wenn Österreich Gripen kauft, wollen Schweden den Fliegerhorst zum "Zentrum für spezielle Flugoperationen" ausbauen - Luftkampfmanöver für Ost-Jets

Wien (OTS) - Der schwedische Saab-Konzern plant im obersteirischen Zeltweg die Errichtung eines "Zentrums für spezielle Flugoperationen". Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf eine Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI), die Gegengeschäftsangebote des schwedischen Anbieters analysiert.

Demnach stellt Saab für den Fall, daß Österreich beim Ankauf neuer Abfangjäger dem Gripen den Zuschlag erteilt, umfangreiche Investitonen in Zeltweg in Aussicht. Die Überlegung dahinter: Mehrere osteuropäische Staaten überlegen ebenfalls, den Gripen anzukaufen. Im Gegensatz zu Österreich verfügen die ehemaligen Ostblock- und neuen Nato-Staaten aber über keine adäquate Infrastruktur. Zeltweg würde sich als Wartungs- und Trainingszentrum für diese Verbände anbieten, die im Idealfall für Saab über hundert Jets umfassen könnten.

Zitat aus der IWI-Studie: "Die Errichtung einer Basis von Saab Nyge Aero in Österreich, unter Betrachtung der geographischen Nähe zu Ungarn, Tschechien, Polen und die Slowakei ist ein guter Ausgangspunkt für das Angebot an speziellen Flugoperationen für diese Länder." Dazu zählt unter anderem das sogenannte "aggressor flying", also Luftkampfmanöver unter realen Bedingungen. Außerdem soll die Wartung der Flugzeugen und Flugzeugkomponenten ebenfalls in Österreich vorgenommen werden.

Die Grünen haben bereits Proteste gegen das Projekt angekündigt. Sie fürchten - wie schon bei der Draken-Stationierung Ende der achtziger Jahre - nicht nur Lärmbelastungen für die Bevölkerung, sondern sehen auch neutralitätsrechtliche Probleme, sollte das Projekt verwirklicht werden.

Rückfragen & Kontakt:

FORMAT
Tel.: 01/217 55-4162

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMT/OTS