"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kurskorrektur" (von Rainer Strunz)

Ausgabe vom 05.01.2002

Graz (OTS) - Alles halb so schlimm, könnte man sagen. Wenn man einen Job hat. Mit fast acht Prozent ist die Arbeitslosenrate in Österreich zwar recht hoch, noch vor drei Jahren ging es uns aber noch schlechter.

Und überhaupt. Im EU-Vergleich liegt Österreich mehr als passabel. Prozentuell weniger Arbeitslose gab es eigentlich nur in Holland und Luxemburg.

Wie jeder hinkt natürlich auch dieser Vergleich. Denn bedenklich ist in Österreich weniger die Höhe der Arbeitslosigkeit als vielmehr die Entwicklung in den letzten Monaten. Und da gab es einen dramatischen Anstieg, der weder mit einer Umstellung in der Statistik noch mit dem kalten Winter zu erklären ist. Tiefe Temperaturen sorgen zwar für mehr Arbeitslose am Bau, in den Tourismusregionen hingegen sind Arbeitskräfte heiß begehrt.

Der starke Anstieg der Jobsuchenden ist daher primär Ausdruck der mittlerweile vorherrschenden wirtschaftlichen Großwetterlage. Und da gibt es halt, anders als beim Antritt der Regierung, jetzt weit und breit kein Hoch mehr, sondern permanent Schlechtwetterfronten.

Eine Kurskorrektur durch die Koalitionskapitäne ist überfällig. Ihr Nulldefizitziel müssen sie dabei ja nicht gleich über Bord werfen. ****

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