Kuntzl: Österreichs internationale Spitzenposition bei Bildung durch Sparmaßnahmen in "akuter Gefahr"

Prognoseverfahren: "Sackgasse für Zehnjährige" - SPÖ fordert Modulsystem für AHS-Oberstufe

Wien (SK) Es sei erfreulich, dass Österreichs Schulen noch zu den besten Europas zählen, "mit den drastischen Einsparungen der Regierung im Bildungsbereich ist diese Position allerdings akut gefährdet", kommentierte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl die heutigen Ausführungen von ÖVP-Bildungssprecher Amon. Nach wie vor "nebulos" seien die Regierungsvorschläge zur AHS-Oberstufenreform. "Statt Worthüllen, soll die ÖVP endlich konkrete Vorschläge auf den Tisch legen", unterstrich Kuntzl. Eine deutliche Absage erteilte die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin auch dem von der Volkspartei vorgeschlagenen Prognoseverfahren nach der Volksschule. Kuntzl sieht darin nichts anderes als "soziale Selektion": "Mit dieser Sackgasse will man zehnjährigen Kindern nur die Zukunft verbauen", kritisierte Kuntzl. ****

Dass sich diese Bundesregierung, deren Bildungspolitik sich durch Kaputtsparen und Erschweren des Zugangs zur Bildung durch die Einführung von Studiengebühren charakterisiere, nun mit bildungspolitischen Erfolgen der Vergangenheit schmücke, sei "pure Realitätsverdrehung", so Kuntzl weiter. Um 109 Millionen Euro sei das Bildungsbudget 2002 gekürzt worden. Trotz steigender Schülerzahl um 7.000 werde es weniger LehrerInnen geben. "Jeder Lehrer weniger bedeutet weniger schulische Zuwendung, was zulasten der Zukunftschancen unserer Kinder geht", so Kuntzl.

Darüber hinaus würden in den Berufsbildenden Höheren Schulen, wo jetzt schon Plätze fehlen, kein weiterer Schulraum mehr zur Verfügung gestellt, was sich auch mit der Kritik des Rechnungshofes an der Schulpolitik der Bundesregierung decke. Zusätzlich seien auch die Mittel für die Erwachsenenbildung um 15 Prozent gekürzt worden, kritisierte Kuntzl.

"Höchst an der Zeit" sei es, dass die Regierung nun endlich die AHS-Oberstufenreform - eine langjährige Forderungen der SPÖ - in Angriff nehme. "Konkrete Vorschläge lassen aber bis heute auf sich warten", kritisierte Kuntzl. Die SPÖ dränge seit Jahren darauf, im AHS-Oberstufen-Bereich auf die Typendifferenzierung zu verzichten und dafür verstärkt schulautonome Schwerpunkte zu setzen.

Weiters müsse es mehr Flexibilität im Vorfeld der Reifeprüfung und eine jugendgerechtere Form der Ablegung der Matura geben. Notwendig wäre auch die Einführung eines Kurs- und Modulsystems, das auf die Erfordernisse der anschließenden
Bildungswege adäquat vorbereite. Derzeit würde die strenge Typendifferenzierung in der AHS-Oberstufe und eine enge Organisationsstruktur den individuellen Ansprüchen der SchülerInnen nicht Rechnung tragen. "Mit dem Anbieten von Modulen könnten den SchülerInnen Möglichkeiten angeboten werden, eigenständig Schwerpunkte zu setzen", unterstrich Kuntzl abschließend. (Schluss) hm

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