FP-Madejski: Freiheitliche Forderungen zum Verkehrsausbau in Wien!

Ausbau der Bahnlinien!

Wien, 03-01-2001 (fpd) - Für einen umfassenden Ausbau der Wiener Schnellbahnlinien sprach sich heute der freiheitliche LAbg. GR Dr. Herbert Madejski im Zuge eines Pressegespräches aus. Madejski ging in seinen Ausführungen im speziellen auf die Linien S 7 und S 80 ein.****

Die geplante EU-Osterweiterung wird bis zum Jahre 2010 eine Verdoppelung des Personen- und Güterverkehrs in der Ostregion mit sich bringen und es muß daher die Aufgabe der Politik sein, die infrastrukturellen Vorraussetzungen für eine Abwicklung dieses vermehrten Verkehrsaufkommens zu schaffen.

Natürlich begrüßen wir den Ausbau der S7, der sg. Flughafenschnellbahn, die am 14. Dezember den Betrieb aufnehmen wird, nur wäre es wünschenswert, daß das Rekordtempo der Ausbaustrecke Wien-Flughafen auch bei einer weiteren Ausbaustufe, nämlich der Strecke Flughafen-Bratislava, zum tragen kommen wird. Für uns Wiener Freiheitliche ist diese Schnellverbindung eine der wichtigsten Bahnvorhaben der nächsten Jahre, denn nur mit einer tragfähigen Personenverbindung nach Pressburg kann sichergestellt werden, daß eine zukünftige Kooperation zwischen den Flughäfen Wien-Schwechat und Pressburg auch die nötige Akzeptanz der Flugpassagiere finden wird.

Daß derzeit noch nicht sichergestellt ist, ob es am 14. Dezember wirklich zum 15 Minuten Takt bei der Wiener Flughafenanbindung kommt, sieht Madejski als ein weiteres Versagen der Wiener Stadtregierung an.
"Im schlimmsten Fall droht bei der Wiedereröffnung der Strecke am 14. Dezember 2002 der bisherige 30-Minuten-Takt mit den alten Zugsgarnituren", fürchtet Madejski und stellte gleichzeitig fest, "daß dies ein weiterer Beweis für das Versagen und die Unfähigkeit der Wiener Stadtregierung, namentlich des Wiener Verkehrsstadtrates Schicker darstellen würde."

Als weiteren notwendigen Schritt sieht Madejski die Fortführung der S 80 nach Raasdorf bei gleichzeitiger Errichtung einer Park & Ride Anlage.
"Das nunmehr ausverhandelte 20 Minuten Intervall der S 80 ist ein Schritt in die richtige Richtung. Nun ist es notwendig, daß eine Fortführung nach Raasdorf in Angriff genommen wird. Die von den Wiener Sozialisten ins Auge gefaßte Verkürzung des Zugsintervalls auf 15 Minuten wird von den Wiener Freiheitlichen jedoch abgelehnt.

"Die 20 Minuten kosten dem Steuerzahler bereits 800 Millionen Schilling. Eine weitere Verkürzung auf 15 Minuten würden jedoch weitere 1,7 Milliarden Schilling veranschlagen und das erscheint uns wenige ökonomisch! Sinnvoller wäre es die Planungen für die U 2 Verlängerung nochmals zu überdenken und die zukünftige U2 um einen Kilometer weiter
nach Hirschstätten zu ziehen um somit ein tragfähiges Verkehrsmittel in die Donaustadt zu führen", so Madejski. Außerdem ist eine Verbindung Süssenbrunn/Kagran/Stadlau mit Einmündung in S 80 Stammstrecke schnellstens zu planen. Dadurch wäre auch eine Intervallverkürzung ab Stadlau möglich.

Madejski forderte die Wiener Stadtregierung weiters auf, die Verhandlungen mit der ÖBB dahingehend zu führen, daß sowohl das 3. Gleis Brunn-M.-Atzgersdorf-M. (Bereich Wien) als auch der Ausbau der Bahnstrecke Süssenbrunn-Hohenau im Zuge der Erstellung des Generalverkehrsplans Österreich ins Paket 1 vorgezogen wird.

Der Ausbau eines umfassenden Umfahrungsringes rund um Wien muß oberste Priorität haben.

Als die wichtigste und Notwendigste Ausbaumaßnahme für Wien sieht GR Madejski einen umfassenden und tragfähigen Umfahrungsring rund um die österreichische Bundeshauptstadt. Die 6. Donauquerung und der Ausbau der Raffineriestraße, wie er derzeit von der Wiener Stadtregierung als "Provisorium" bis zur Realisierung der B 305 gewünscht wird, kann nur im Paket mit dem Bau der B 305 umgesetzt werden. Die Gefahr der "österreichischen Lösung", nämlich daß das Provisorium für die nächsten 30 Jahre der Weisheit letzter Schluß bleiben könnte, wäre bestimmt gegeben. Die Wiener Freiheitlichen sprechen sich für den Ausbau der Raffineriestraße aus, jedoch kann dieser Ausbau keine Alternative zu einer weiträumigen Umfahrung sein.

"Daher", so Madejski, "muß die Wiener Stadtregierung gewährleisten, daß die Realisierung bis spätestens 2011 sichergestellt ist. Auch erscheint es uns Freiheitlichen als erforderlich, daß der Anschluß der A 23 im Bereich der Hansson-Kurve an die B 301 in die erste Phase des Generalverkehrsplans vorgezogen wird."

Jetzt muß die Wiener SP-Regierung zeigen, wieweit das verhandlungstechnische Geschick und die demokratiepolitische Reife ausgeprägt ist, um diese wichtigen Vorhaben für Wien in Zusammenarbeit mit dem Bund umzusetzen.

Ausbau des ÖPNV

Die Wiener Freiheitlichen erneuerten heute ihre langjährige Forderung, die Wiener U-Bahnlinien weiter auszubauen. Die Entscheidung über die tatsächliche Streckenführung der U 1-Verlängerung müsse einvernehmlich mit den betroffenen Anrainern rasch getroffen werden.

"Gerade der Süden der Stadt ist mit den U-Bahnanbindungen unterversorgt. Jede der neuen Stadtrandsiedlungen" rechnet Madejski erneut vor, "hat eine Größenordnung, die etwa Eisenstadt oder Bregenz entspricht. Denkt man konkret etwa an Kaiserebersdorf, Leberberg, Per-Albin-Hansonsiedlung, Laaerberg- oder Wienerbergsiedlung, eventuell auch Mödling, so wohnen dort überall 8.000 bis 15.000 Bürger."

Die Zeit des Baustopps beim Lainzer-Tunnel sinnvoll nützen!

Nachdem der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) die Baubewilligung für den Lainzer Tunnel aufgehoben hat und derzeit nur unaufschiebbare Maßnahmen zur Absicherung der Baustelle durchgeführt werden können, sollte diese Zeit für vernünftige Überlegungen in Bezug auf die Sicherheitseinrichtungen genützt werden.

Nachdem im Mai angekündigt wurde, daß eine zweiröhrige Tunnelprüfung nach (sozialistischen) Jahren des Abblockens nun doch endlich geprüft werden, präsentierte Madejski nunmehr einen Alternativvorschlag der diese langjährige Diskussion rund um die mangelnde Sicherheit des "Wildschweintunnels" doch noch zu einem versöhnlichen Abschluß bringen könnte.

Um eine weitere Verzögerung mit neuer Planung und Bauverfahren zu verhindern präsentierte heute GR Madejski die Idee eines umfassenden Ausbaus der derzeit geplanten Schutzräume bei den Aufstiegstürmen.

"Mit relativ geringem Aufwand wäre es möglich durch eine Neukonzeption der Schutzräume, diese zu Zivilschutzräumen mit teilweisen Verbindungen zu sg. "Zivilschutztunnels" mit großer Kapazität auszubauen. Damit wäre im Falle eines Tunnelunglücks garantiert, daß die flüchtenden Menschen in genügend großen Sicherheitsstollen Zuflucht finden können. Auch wäre ein Ausbau dieser Räume für den Wiener Zivilschutz ein großer Gewinn. Wir alle wissen, daß Wien über viel zu wenige Zivilschutzräume verfügt und im Falle einer Katastrophe einem großen Teil der Bevölkerung nur unzureichend Schutz gewährt werden kann. Durch das Lainzer-Tunnel Projekt mit den erweiterten Schutzräumen und Zivilschutztunnels wäre es möglich dieses Defizit zumindest im Westen Wiens ein wenig abzubauen, so Madejski

Die Verantwortung in dieser Frage liegt in gleichen Teilen bei Bund und Land. Ist auf der einen Seite der Innenminister in Österreich für den Zivilschutz zuständig und bei diesem konkreten Projekt auch das Verkehrsministerium in der Verantwortung, so ist Wien als Gemeinde natürlich durch die Vollziehung des Wiener Katastrophenschutzgesetz im eigenen Wirkungsbereich verpflichtet, den Bewohnern dieser Stadt größtmögliche Sicherheitsstandards und bestmöglichen Zivilschutz im Katastrophenfalle zu garantieren. Der Wiener Bürgermeister ist daher der erste Ansprechpartner, der sich für die Schaffung und die Umsetzung dringend benötigter Schutzräume stark machen und einsetzen muß.

Madejski appellierte an alle verantwortlichen Politiker in Bund und Land diese Chance als solche wahrzunehmen und den Möglichkeiten, die sich für die Wienerinnen und Wiener ergeben, nicht im Wege zu stehen. Laut den Madejski zur Verfügung stehenden Informationen stellen die Umplanung und der zusätzliche Bau von Zivilschutzräumen- und Tunnels in weiten Teilen des geplanten Lainzer Tunnels - vor allem im Westen - keine großen Schwierigkeiten dar. Noch dazu, wo jetzt Zeit für die Zusatzplanung seitens der HLAG nach Auftrag des Bundes und des Landes wäre.

"Der Wiener Bürgermeister als "Chef des Zivilschutzes" soll diese Funktion auch sinnvoll nutzen. Von Vereinsgründungen - wie vor wenigen Wochen - hat die Wiener Bevölkerung im Katastrophenfalle nichts, so Madejski abschließend.(Schluß) jen

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