ARBÖ: Gurtanlegequote erhöhen - Verkehrssicherheit öffentlich, sichtbar und hörbar machen

Längere Kfz-Pickerlintervalle Rückschritt für Verkehrssicherheit

Wien (ARBÖ) - Die Unfallstatistik für das Jahr 2001 verdeutlicht, dass die Kraftfahrer durch Eigeninitiative und Eigenverantwortung den größten Beitrag geleistet haben, das Verkehrsgeschehen auf Österreichs Straßen unfallfrei zu gestalten, betont der ARBÖ.

Neben sicheren Straßen sind nach Meinung des ARBÖ in der Verkehrssicherheitsarbeit auch große Anstrengungen in der Bewusstseinsbildung erforderlich. Einen gesellschaftlichen Konsens über das Sicherheitsverhalten im Straßenverkehr zu erreichen, muss die Zielsetzung für das Jahr 2002 sein, so der ARBÖ.

Gurtanlegequote erhöhen

Im 2001 waren nach der vorliegenden Unfallstatistik 145 getötete Fahrzeuginsassen nicht angegurtet. Durch die konsequente Verwendung von Sicherheitsgurten und Kinderrückhaltesystemen könnten nach Meinung des ARBÖ pro Jahr zahlreiche Menschenleben gerettet und schwere Verletzungen verhindert werden. Der Griff zum Sicherheitsgurt sollte nach jedem Einsteigen in ein Fahrzeug, ob vorne oder im Fond, "automatisch" erfolgen.

Leider ist die Benutzungsquote erschreckend gering: Nahe zu jeder zweite Autolenker, Beifahrer oder Mitfahrer nicht angegurtet, fast ein Drittel der Kinder fahren ungesichert mit. Eine unerfreuliche Zahl, die verdeutlicht, dass Verkehrssicherheit öffentlich, sichtbar und hörbar gemacht werden muss, meint der ARBÖ.

Strategische Perspektive

Nach Meinung des ARBÖ sind folgende Schwerpunkte in der Verkehrssicherheitsarbeit zu setzen:

  • Ziel muss sein, Kooperation statt Konkurrenz und Verantwortung statt Gleichgültigkeit unter allen Verkehrsteilnehmern zu erreichen.
  • Verkehrssicherheitsarbeit braucht Kontinuität, dazu eine entsprechende finanzielle Ausstattung und klar definierte Zuständigkeiten.
  • Brauchen staatlich geförderte Umsetzung von Zielgruppenprogrammen für besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer, von den Kindern über Jugendliche bis hin zu den älteren Menschen.
  • Verkehrssicherheitsarbeit ist lebensbegleitend. Dazu gehört eine durchgängige Verkehrserziehung vom Elternhaus, im Kindergarten und in der Schule.
  • Sicherheit hängt auch mit gut ausgebauten Straßen zusammen. Gefahrenstellen gehören ausgemerzt und die Straßen baulich in einen einwandfreien, sicheren Zustand gebracht.
  • Die Anlegequote beim Sicherheitsgurt und die Verwendung von Kinderrückhaltesystemen erhöhen.

Längere Kfz-Pickerlintervalle Rückschritt für Verkehrssicherheit

In wie weit sich die Verlängerung der § 57a-Begutachtungsintervalle negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken wird, wird die Unfallstatistik 2002 zeigen. Aus Sicht des ARBÖ weiteres unverständlich, dass die Bundesregierung trotz massiver Bedenken von Vertretern der Wissenschaft, des Kraftfahrzeuggewerbes und der Autofahrerklubs eine Verlängerung der Kfz-Begutachtungsintervalle beschlossen hat.

Prüfintervalle für die Verkehrs- und Betriebssicherheit und den damit verbundenen Abgaskontrollen erst drei Jahre nach Erstzulassung des Kraftfahrzeuges, dann nach weiteren zwei Jahren und erst danach jährlich, stellen einen wesentlichen Rückschritt bei Verkehrssicherheit, Umweltschutz und Konsumentenschutz dar, betont der ARBÖ.

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