Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Was kostet die Welt?

Ausgabe vom 28. Dez. 2001 Klagenfurt (OTS) - Was kostet die Welt? - Österreich - Die Brutstätte der Neurosen? Das Land der Raunzer? Der Hort der Nestroyschen Motschgerer und grantelnden Pessimisten? Pechschwarze Etiketten, die sich der rot-weiß-rote Mensch gerne, stolz - und mit dem Schlachtruf im Munde "Wir sind wir‘ auf die Brust heftete. Etiketten, die die Wirklichkeit nunmehr als Maskerade entzaubert: Österreich ist ein lustiges Völkchen von Optimisten. Nicht zu erschüttern. Zuversichtstrotzend. Nicht "umzubringen". Jetzt erst recht: Jener Leitspruch, der zu Waldheim-Zeiten aus der Schublade hervorgekramt und zu EU-Sanktions-Unzeiten hochgefeiert wurde, zieht einmal mehr in Tagen der Erschütterung: Die Konjunktur kratzt die Kurve in Richtung Rezession, lässt Abertausende Arbeitslose auf der Strecke; die Weltpolitik taumelt zwischen 11. September, Nahost, Pakistan und Afghanistan am Rande des großen Crashs; unsere Wendepolitik hat das Sparziel dem sozialen Österreich geopfert; die grüne Opposition spricht von diktarorischer Unterwanderung. Das Volk aber? Ja, des spurtet mit Zuversicht ins neue Jahr. Trotz allem. Oder gerade deshalb ... Kein anderer europäischer Staat harrt dem Kommenden so zuversichtlich. Niemand sonst (mit Ausnahme der Amerikaner; doch die haben ihren "beflügelnden" Krieg) fordert derart rosarot optimistischen Auges die Zukunft heraus. Die erste Kostprobe rot-weiß-roter Euphorie (oder nennen wir es Ignoranz?) lieferte die Weihnachtsbilanz: Österreich prassete wie nie dagewesen. 21 Milliarden Schilling. Was kostet die Welt?

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