Er soll ordentlicher sein, sie soll abnehmen

Wien (ots) - Worüber Paare nicht sprechen: Eine Umfrage in Österreich zu den Geheimnissen zwischen Frauen und Männern

Wer kennt das nicht: Der Kassenbon vom neuen Pullover verschwindet schnell im Papierkorb, den verstohlenen Blick zur Kollegin im Büro lässt man zu Hause lieber unerwähnt - in vielen Ehen gibt es Themen, die nicht angesprochen werden. Welches aber sind die größten Geheimnisse zwischen Frauen und Männern? Das Meinungsforschungsinstitut Emnid ist dieser Frage im Auftrag des Magazins Reader's Digest nachgegangen. Die exklusive Umfrage unter 500 repräsentativ ausgewählten Verheirateten in Österreich brachte verblüffende Ergebnisse. So haben 54 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen dem jeweiligen Partner "schon einmal etwas verheimlicht". Für Angelika Faas, Leiterin der Sozialpsychologischen Akademie Norddeutschland, ist das aber kein Drama: "Manche Heimlichkeit dient dazu sicherzustellen, dass man auch in einer Beziehung eine eigenständige Person bleibt".

In seiner Januarausgabe 2002 veröffentlicht Reader's Digest die Umfrageergebnisse im Einzelnen. Und mancher dürfte bei der Lektüre durchaus Erfahrungen aus seinem Ehe-Alltag wieder erkennen. So wird das Vorurteil widerlegt, Männer wollten nur über Fußball, das neue Auto, die Finanzen und den Sex reden. 26 Prozent der Männer gaben bei der Befragung vielmehr an, sie würden "ihre Partnerin gern um mehr Zärtlichkeit bitten". Auch 24 Prozent der Frauen wünschen sich das. Bei ihnen steht aber ein anderer Punkt auf dem Wunschzettel ganz oben: 30 Prozent gaben an, der Partner möge Fragen über sie selbst stellen. Erst auf Platz drei folgt dann in beiden Lagern der Sex und die Diskussion darüber. Die Spitzenstellung des Faktors Zärtlichkeit ist auch aus der Sicht von Experten keine Überraschung. So meint der Wiener Universitätsprofessor Paul Weingarten: "Das alte, noch längst nicht überwundene Rollenklischee verlangt vom Mann Stärke, ja Härte. Deshalb können Männer ihren Wunsch nach Zärtlichkeit so schwer äußern. John Wayne bittet ja auch nicht darum".

Dazu passen auch andere Werte aus der Umfrage. 38 Prozent der Männer haben schon einmal der Partnerin gegenüber nicht eingestanden, dass sie eine andere Person attraktiv finden. Und 18 Prozent der Männer würden eine Affäre wagen, die ihre Ehe nicht bedroht. Von den Frauen wären nur zehn Prozent zu einem solchen Schritt bereit. Stellt sich die Frage, ob es harmlose Seitensprünge gibt. "Eine Affäre ist das Ende einer Beziehungsstörung und nicht ihr Anfang", sagt dazu Hannes Niggenaber, Psychologe aus München. Der Seitensprung wird sozusagen zum letzten Schritt. Oder wie Niggenaber es formuliert: "Es ist immer ein absolutes Warnzeichen in einer Ehe, wenn man nicht nur jemand anderen attraktiv findet, sondern wenn auch Taten folgen". Und dies geschieht offenbar nicht selten. So ergab die Umfrage, dass 15 Prozent der 40- bis 49-Jährigen dem Partner gegenüber die Zweifel an der eigenen Ehe verheimlichen.

Welche Themen werden von Frauen am häufigsten vor dem Partner verheimlicht? 34 Prozent schweigen vor allem, wenn es um Streiche der Kinder geht. "Frauen fühlen sich weiterhin stärker für die Kinder verantwortlich", begründet Niggenaber diesen Wert. Auf Platz zwei dieser Skala folgt das alte Streitthema Geld. So haben 28 Prozent der Frauen schon einmal den Preis einer Ware verschwiegen, die sie gekauft hatten. "Um Geld wird gern und viel gestritten", sagt Niggenaber dazu. Interessant sind in diesem Zusammenhang aber nicht nur die Geheimnisse, die man vor dem Partner hat, sondern auch die Themen, die zwar angesprochen, aber nicht umgesetzt werden. So fordern 36 Prozent der Frauen ihren Ehemann immer wieder auf, "ordentlicher zu sein". Hingegen hätten es 23 Prozent der Herren gern, wenn ihre Auserwählte "abnehmen" würde.

Bleibt die Frage: Wer ist offener in der Beziehung, die Männer oder die Frauen? 48 Prozent der Frauen geben an, dass sie es sind, die zuerst die Eheprobleme ansprechen. Das bestätigt auch Experte Niggenaber: "Den Männern ist das oft gar nicht bewusst".

Die Januarausgabe von Reader's Digest ist ab sofort an zentralen Kiosken erhältlich.

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ots Originaltext: Reader's Digest Deutschland

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