ÖGB-Frauen zu Sterbekarenz: Finanzielle Absicherung nötig

Wien (ÖGB). "Wir begrüßen, dass die Regierung die rahmenrechtlichen Bedingungen für die Sterbekarenz setzt. Ohne eine finanzielle Absicherung der Pflegenden greift das Modell aber zu kurz", reagiert die Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin des ÖGB, Renate Csörgits, auf die heutige Präsentation des Gesetzesentwurfs zur Sterbekarenz durch Bundesminister Bartenstein. Ja zu Verbesserungen in der Betreuung Sterbender, Nein zum Versuch, durch die Verlagerung in die Familie zu "billiger Pflege" zu gelangen, sagen die ÖGB-Frauen.

"Ohne finanzielle Absicherung bleibt die Sterbekarenz ein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Es werden wieder die Frauen sein, von denen man dann die Übernahme der Pflege einfordert. Ich frage mich, wie geht man mit den Sterbenden um, und wie mit den pflegenden Angehörigen? Ist die Pflege nichts wert, wenn sie durch die Familienangehörigen geschieht?", so Csörgits.

Neben einer finanziellen Abgeltung bei der Sterbekarenz fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende zudem den Ausbau von Hospizeinrichtungen. Auch weitere Verbesserungen für pflegende Angehörige seien nötig. "Das reicht von Ausbildungsmöglichkeiten für die pflegenden Angehörigen über ihre zumindest zeitweise Entlastung bis zu einem Supervisionsangebot für diese Menschen", fordert Csörgits. (mfr)

ÖGB, 21. Dezember 2001
Nr. 1121

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