DIE ARMUTSKONFERENZ schlägt Alarm: Neuorientierung der Arbeitsmarktspolitik notwendig

ARMUTSKONFERENZ ruft Wirtschaftsminister, Sozialminister, AMS und Länder zu Rundem Tisch: 1. Schritt Bis Weihnachten Kürzungen zurücknehmen 2. Schritt: Ziele für Armutsgefährdete in Richtung Nachhaltigkeit und Qualität neu definieren

Wien (OTS) - "Wir brauchen einen Runden Tisch gemeinsam mit Wirtschaftsminister, Sozialminister, AMS und Ländern, damit es Arbeitsmarktprojekte für Langzeitarbeitslose auch weiter und verstärkt gibt", schlägt der Sozialexperte Martin Schenk, Sprecher der österreichischen ARMUTSKONFERENZ Alarm.Als erster Schritt sollten die Kürzungen von Beratungs- und Beschäftigungsprojekten bis Weihnachten zurückgenommen werden. Als zweiten Schritt müssen wir die arbeitsmarktpolitischen Ziele für Armutsgefährdete in Richtung Nachhaltigkeit und Qualität neu definieren."

Wir machen uns große Sorgen um Arbeitsmarktprojekte mit Beratung, Begleitung und Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose, so Schenk. Aufgrund der Kürzungen bei Projekten und aufgrund der neuen arbeitsmarktpolitischen Ziele sind Behinderte, Migranten, Personen mit psychosozialen Problemen oder Haftentlassene am meisten betroffen- allesamt Menschen, die das Tempo am ersten Arbeitsmarkt nicht halten können und ganzheitliche Begleitung für ihre berufliche wie menschliche Integration brauchen, sagt der Sozialexperte.

Es braucht eine Neuorientierung der Arbeitsmarktpolitik, die auf Nachhaltigkeit und Qualität achtet. Die Fixierung auf quantitative Ziele lässt die qualitativen allzu sehr außer acht. Die Arbeitsmarktpolitik konzentriert sich so auf jene Arbeitslosen, bei denen eine rasche Integration vermutet werden kann. Der Rest schlittert in die Armut. In Sonntagsreden wird die Verbesserung der Schnittstelle zwischen dem unteren sozialen Netz der Sozialhilfe und dem vorgelagerten System der Arbeitslosenversicherung betont. Mit den Kürzungen von Projekten mit Langzeitarbeitslosen werden schwer Vermittelbare in die Sozialhilfe abgedrängt.Wie wir aus unserer Arbeit wissen, sind für die Betroffenen umfassende Maßnahmen, die Beratung und Betreuung beinhalten, am effizientesten. Viele brauchen mehr als einen schnellen Kurs, da geht es um Schulden, Suchen nach Kinderbetreuung, psychische Probleme etc.

Mit manchen AMS-Schnellsiedkursen hat man die Leute zwar aus der Statistik, nachher aber wieder dort, wo sie schon vorher waren. Drehtüreffekte sind nicht effizient und für die Betroffenen ziemlich frustrierend. Durch diese Kurse werden übrigens aus Langzeitarbeitslosen wieder "normale" Arbeitslose. So wird die Statistik entlastet nicht die Betroffenen.

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