Gradwohl: Ist Molterer mit der Frage "Welcher Fleischskandal?" bereits in unerklärlicher Weihnachtslaune?

Wien (SK) Scharfe Kritik an der Haltung des österreichischen Landwirtschafts- und selbsternannte "Lebensminister" Molterer äußerte SPÖ-Landwirtschaftssprecher Heinz Gradwohl im Zusammenhang mit BSE. Trotz der BSE-Gefahr in Europa habe Molterer Kontrollen reduziert, Maßnahmen zur Entfernung von Risikomaterial behindert, oder auf konkreten Hinweise auf Missstände kaum reagiert. ****

Am Höhepunkt der europäischen BSE-Krise sei seitens des Landwirtschaftsministeriums das Bundesamt für Agrarbiologie Linz angewiesen worden Kontrollen zu reduzieren: "Auf Grund eines vom Geschäftsfeld ‚Agro-Controll' erarbeiteten Rahmenplanes, ist die Anzahl der bezogenen Futtermittelproben von 1.547 im Jahr 1998 auf 800 im Jahr 1999 reduziert worden, bei Düngemitteln von 800 auf 350 und bei Saatgut von 1.200 auf 400".

Der österreichische Landwirtschaftsminister habe monatelang auf EU-Ebene versucht die Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Konsumenten durch Entfernen von Risikomaterialien in Österreich aus Kostengründen (!) zu verhindern.

Der österreichische Landwirtschaftminister habe erst auf konkrete Hinweise sozialdemokratischer Abgeordneter eine Internet Adresse in einer Publikation einer nachgeordneten Dienststelle des Landwirtschaftsministeriums entfernen lassen, unter der Arzneimittel für den Eigengebrauch der Landwirte angeboten werden.

Der österreichische Landwirtschaftsminister musste von einer österreichischen Tageszeitung darauf aufmerksam gemacht werden, dass in Bauernbundkalendern für Niederösterreich, Steiermark, Oberösterreich und Tirol Tiermehl in Form von Futtermittel bis vergangenes Jahr empfohlen wurde, und zwar auch für die seit zehn Jahren verbotene Verfütterung an Rinder.

Ein österreichischer Landwirtschaftsminister, der vor dem Hintergrund solch erschreckender Details über Machenschaften in Österreichs Schlachthöfen, die erst jetzt das wahre Ausmaß und die Gefährlichkeit für die Konsumenten erahnen lassen, die staunende Öffentlichkeit mit der Frage "welcher Fleischskandal?", überrascht hat, hat in diesen Tagen offenbar seine schon oft bewiesene Fertigkeit in "brenzligen" Situationen unter - oder wegzutauchen in dieser Angelegeneheit eindeutig überzogen.

Zweifellos hält er jedoch mit dieser Aussage konsequent an seiner bisherigen Linie fest! Nach seinem bisherigen Verhalten im Zusammenhang mit dem Schutz der österreichischen KonsumentInnen vor BSE kann die Frage "Welcher Fleischskandal" nur mit der Gegenfrage "Welcher Lebensminister?" beantwortet werden, schloss SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl. (Schluss) ns

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