Petrovic: Mafiose Praktiken in der Fleisch-Wirtschaft haben System

Grüne: Agrar-Lobby betreibt seit Jahren Vertuschung und Verharmlosung

Wien (OTS) "Offenbar hat es des Schocks einer BSE-Erkrankung bedurft, um dieses mutmaßliche mafiose Netz rund um die Schlachthöfe aufzudecken", so die stellvertretende Klubobfrau und Tierschutzsprecherin der Grünen, Madeleine Petrovic. "Seit Jahren sind die Warnungen der Grünen, von Tierschutzorganisationen oder der Tierärztekammer von der ÖVP-Agrarlobby als Panikmache abgetan worden. Bestenfalls wurde von einigen 'schwarzen Schafen' gesprochen. Jetzt steht einmal mehr der Verdacht im Raum, dass es sich offenbar nicht um einen Einzelfall sondern um systematischen Steuerbetrug und permanente Missstände handelt. Die mafiosen Praktiken in der Fleisch-Wirtschaft haben System. Bedauerlicherweise ist Minister Haupt erst jetzt bereit, Maßnahmen zu setzen." Die Grünen fordern seit Jahren einen uneingeschränkten Zutritt von unabhängigen Kontrollorganen in den Schlachthöfen. Dies könnten etwa auch Tierschutzorgane sein, die auf Länderebene zu ernennen seien.

"Hätten wir keinen BSE-Fall, wäre nichts davon an die Öffentlichkeit gelangt. Illegal importiertes Fleisch, möglicherweise mit Antibiotika- und Psychopharmaka-Rückständen, wäre getarnt als beste österreichische Qualität auf den Festtagstischen gelandet", befürchtet Petrovic. "Die ÖVP-Agrarlobby taucht einen Agrar-Skandal nach dem anderen durch. Redlich wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern zahlen dafür die Zeche. Die von der AMA-propagierte Bauernhofgarantie hat im Licht dieses Skandals ihre Glaubwürdigkeit verloren", so Petrovic. Petrovic fordert nun ein modernes Bundestierschutzgesetz sowie ein Ende der EU-Subventionen für Lebendtierexporte und Fleisch. Außerdem erwarten die Grünen eine ausführliche Erklärung der Bundesregierung zu diesen Skandalen.

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