Eisenbahner: Teilung der ÖBB würde System Bahn verteuern

GdE-Vorsitzender Haberzettl warnt vor Zerschlagung der Bahn im neuen Jahr

Wien(GdE/ÖGB). Wenn der Präsident des Rechnungshofes in seiner gestrigen Pressekonferenz wortreich beklagt habe, die Ausgliederung der Bahn hätte keine Entlastung des Bundeshaushalts gebracht, so sei darauf hinzuweisen, dass die von der Bundesregierung im nächsten Jahr beabsichtigte Trennung des Unternehmens in Absatz und Infrastruktur die Kosten für das System Bahn in Österreich wesentlich verteuern würden, stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE), Wilhelm Haberzettl, heute fest. ++++

Die negativen Beispiele der Bahn-Privatisierung könnten jene beiden Regierungsmitglieder der ÖVP, die sich vorrangig den Plänen einer Zerschlagung und Privatisierung der ÖBB widmen, nämlich Wirtschaftsminister Bartenstein und Landwirtschaftsminister Molterer, vor allem in Großbritannien, aber auch in Schweden studieren, sagte Haberzettl: "Überall dort, wo die Bahnen ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Reisenden und die berechtigten Interessen der EisenbahnerInnen aus politischer Willkür zerschlagen worden sind, muss heute für den Bahnverkehr um ein Vielfaches mehr ausgegeben werden."

Zu diesem ökonomischen Desaster, das auch in Österreich eintreffen würde, kommt die Gefährdung der Sicherheit: In Großbritannien haben sich in den letzten Jahren eine Reihe schwerwiegender Eisenbahnunfälle mit vielen Toten und Verletzten ereignet, die auf den schlechten Zustand der Bahninfrastruktur und auf die unkoordinierte Vorgangsweise der privaten Betreiber zurückgeführt werden.

"All das", so Haberzettl, "wird auch in Österreich passieren, wenn die Politiker weiterhin an ihrer fiskalischen Vertuschungspolitik festhalten und die ÖBB privatisieren wollen, um Budgetlöcher zu stopfen. Ich warne ausdrücklich davor, dass bei einer Zerschlagung der ÖBB Verkehrsunglücke wie jene in Kaprun (wo vor Jahresfrist 150 Menschen den Tod gefunden haben) der beklagenswerte Regelfall sein werden!"

Im Übrigen fragen sich die Eisenbahner schon länger, was denn das ÖVP-Privatisierer-Duo Bartenstein-Molterer antreibt, dass sie sich nicht vorrangig um die österreichische Wirtschaft, die Bekämpfung von BSE und die Erreichung von Umweltstandards kümmern, sondern die österreichische Bahn und mit ihr die Sicherheit von Tausenden Reisenden und EisenbahnerInnen ins Unglück stürzen wollen, schloss Haberzettl.

ÖGB, 21. Dezember 2001
Nr. 1119

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Sylvia Reiss; Telefon. (01) 546 41/411
Walter Kratzer, Telefon: 0664/61 45 765

Eisenbahnergewerkschaft/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB