Ungerechtfertigte Entlassung im Krankenstand - AK verhalf Arbeitnehmerin zu Abfertigung

Linz (AKO) Offensichtlich um die Abfertigung zu sparen, hat eine Wiener Reinigungsfirma mit fadenscheinigen Argumenten eine langjährige Mitarbeiterin aus Linz entlassen. Durch das Einschreiten der oberösterreichischen Arbeiterkammer wurde der Plan vereitelt. Das Linzer Arbeits- und Sozialgericht stellte fest, dass die Entlassung unbegründet war und sprach der Frau 45.000 Schilling an Abfertigung und Entschädigung zu.

Länger als fünf Jahre hatte eine Linzer Reinigungsfrau für eine Wiener Firma gearbeitet. Als sie an Fieber und Durchfall erkrankte, suchte sie sofort einen Arzt auf, der sie krank schrieb. Per Handy versuchte die Frau, ihren Arbeitgeber davon zu informieren, konnte aber niemanden erreichen. Auch ihr Mann, der noch am selben Tag die Krankmeldung seiner Gattin persönlich in der Firmenzentrale abgeben wollte, traf dort niemanden an.

Am nächsten Tag suchte die kranke Frau eine Arbeitskollegin auf, die die Krankmeldung deutlich sichtbar am Schreibtisch des neuerlich abwesenden Filialeiters deponierte. Dennoch behauptete der Arbeitgeber später, die Frau sei ohne Mitteilung an die Firma nicht zur Arbeit erschienen und entließ sie.

Sie wandte sich an die Arbeiterkammer, die für die Arbeitnehmerin vor Gericht ging. Das Gericht stellte fest, dass weder an der Arbeitsunfähigkeit noch an der korrekten Übermittlung der Krankmeldung ein Zweifel bestand und hob die ungerechtfertigte Entlassung auf. Die Frau bekam 45.000 Schilling an offenen Beendigungsansprüchen und Abfertigung zugesprochen.

Weil die Firma selbst nach der gerichtlichen Verurteilung nicht bereit war zu zahlen, musste der ausstehende Betrag durch den Exekutor eingetrieben werden.

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